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Kongress, 28.04.2011

Lebensphasen als Leitthema

Zum ersten Mal sind für einen Internistenkongress nicht nur Hauptthemen definiert worden. Sondern es gibt auch ein Leitthema. Es lautet "Lebensphasen".

Von Marlinde Lehmann

Lebensphasen als Leitthema

Hendrik Lehnert: Chronisch kranke Jugendliche fallen oft in ein Versorgungsloch.

© privat

WIESBADEN. "Dies bedeutet, dass wir internistische Krankheitsbilder in ihrer Entstehung und Ausprägung nicht nur auf die Phase zwischen Adoleszenz und hohem Lebensalter begrenzt begreifen", erläutert Kongresspräsident Professor Hendrik Lehnert den Hintergrund des Leitthemas.

"Sondern wir wollen darüber hinaus auch zeigen, dass Aspekte wie die Pränatalphase, der Übergang vom Adoleszenten- zum Erwachsenenalter ebenso wie die Probleme von betagten und hochbetagten Menschen und schließlich auch Palliativ- und Hospizmedizin für die Internisten von herausragender Bedeutung sind".

Für den Übergang vom Adoleszenten- zum Erwachsenenalter steht dabei der Begriff der "Transition". Erkrankungen, die hier für Internisten wichtig werden, sind etwa Typ-1Diabetes, Asthma und Mukoviszidose, aber auch angeborenen Herzfehler oder endokrine Störungen.

100 000 chronisch kranke Jugendliche pro Jahr erreichen das Erwachsenenalter

Mittlerweile erreichen pro Jahr rund 100 000 chronisch kranke Jugendliche, und damit 85 Prozent der chronisch kranken Kinder und Jugendlichen das Erwachsenenalter - und fallen oft in ein Versorgungsloch.

"Die Phase des Übergangs ist nicht vernünftig organisiert", kritisierte Lehnert vorab zum Internistenkongress. Es müssten entsprechende Strukturen geschaffen werden. "Der Patient muss im besten Sinne des Wortes vom Pädiater an den Internisten übergeben werden, wir als Internisten stehen damit auch vor neuen Herausforderungen und müssen uns Erkrankungen zuwenden, die früher überwiegend vom Pädiater gesehen wurden."

Wünschenswert sei deshalb die flächendeckende Einführung von Transitionssprechstunden, gemeinsam geleitet von Pädiatrie und Erwachsenenmedizin.

Keine Krankheitseinsicht bei vielen Jugendlichen

"Ganz große Probleme haben wir mit Typ-1-Diabetikern beim Übergang von der Kindheit in die Adoleszenz, eine hochkritische Phase, besonders erschwert in der Pubertät", sagte Kongress-Sekretär Dr. Sebastian Schmid der "Ärzte Zeitung". Viele der Jugendlichen hätten an diesem Übergang in eine neue Lebensphase keinerlei Krankheitseinsicht.

"Dies ist eine potenziell lebensbedrohliche Situation. In einigen Kliniken Deutschlands wird versucht, diese Probleme mit einer Transitionssprechstunde aufzufangen. Dafür wollen wir beim Internistenkongress ein verstärktes Bewusstsein schaffen, Erfahrungen und funktionierende Konzepte vermitteln."

Aber auch auf dem weiteren Lebensweg dürfe nicht einfach ein einmal erarbeitetes Therapiekonzept unkritisch weitergeführt werden. Schmid: "Wir haben ein eigenes Symposium im Programm, das die altersspezifischen diabetologischen Probleme von der Kindheit bis ins Seniorenalter thematisieren wird."

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