Ärzte Zeitung, 29.01.2013

Darmbakterien

Neuer Ansatz zur Diabetes-Therapie

BERN. Darmbakterien können offenbar die Produktion von Hormonen anregen, welche Diabetes stoppen. Das berichtet ein internationales Team unter Beteiligung von Professor Andrew Macpherson vom Departement Klinische Forschung der Universität Bern (Science Express 2013, online 17. Januar).

Den Zusammenhang zwischen Diabetes und Darmbakterien wiesen die Forscher bei Mäusen nach, die zu Diabetes neigen. Sie entdeckten, dass Darmbakterien, insbesondere in männlichen Mäusen, biochemische Reaktionen auslösen, welche die Produktion von Hormonen anregen können.

Diese Hormone können die Entwicklung von Diabetes stoppen. Ein möglicher Therapieansatz: Die Darmbakterien könnten bei Kindern, die genetisch anfällig für Diabetes oder bereits daran erkrankt sind, gezielt zur Prävention oder Behandlung eingesetzt werden. (eb)

Topics
Schlagworte
Diabetes mellitus (4923)
Krankheiten
Diabetes mellitus (8023)
[30.01.2013, 17:22:33]
Rudolf Hege 
Bekannter Zusammenhang
Der Zusammenhang zwischen dem Risiko der Entwicklung eines (Typ 1)-Diabetes ist nicht ganz neu (The perfect storm for type 1 diabetes (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18820210)

Frühe Störungen der Ausbildung der kindlichen Darmflora - beispielsweise durch Sectio - oder frühe Antibiosen erhöhen das Risiko einer Diabetes-Entwicklung.(Sapone A, de Magistris L, Pietzak M et al. Zonulin upregulation is associated with
increased gut permeability in subjects with type 1 diabetes and their relatives. Diabetes 2006; 55:
1443-1449) zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Top-Meldungen

Langfristige Therapien? Leider Fehlanzeige!

Forscher kritisieren: Adipositas wird immer noch eher als Charakterschwäche denn als Krankheit angesehen. Sie fordern zur Therapie schwer betroffener Kinder besondere Konzepte. mehr »

Rettungsdienste rüsten auf

Bombenexplosion, Messerattacke, Anschlagpläne: Deutschland sieht sich im Visier islamistischer Terrorgruppen. Nun rüsten sich die Rettungsdienste, auch für die Gefahr eines "Zweitschlags". mehr »

Diesen Spielraum haben Sie bei der zweiten Diagnose

Der "Behandlungsfall" ist auf einen Monat und auf dieselbe Erkrankung eingegrenzt. Hierauf bezogene Abrechnungslimits werden demnach durch die Diagnosestellung relativiert. Zweite Erkrankung heißt: neuer Behandlungsfall. mehr »