Diabetes

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Modul: Strategien zur Gewichtsreduktion bei Typ-2-Diabetes

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Ärzte Zeitung App, 15.10.2014

Mehnert-Kolumne

Welche Substanzen Diabetes begünstigen oder vorbeugen

Alkohol, Kaffee, Medikamente und Co: Es gibt Substanzen, die in Verdacht stehen, Diabetes heraufzubeschwören - und welche, die die Erkrankung verhindern könnten. Welche das sind, verrät Professor Mehnert in seiner Kolumne.

Von Prof. Hellmut Mehnert

Prof. Hellmut Mehnert

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© sbra

Arbeitsschwerpunkte: Diabetologie, Ernährungs- und Stoffwechselleiden: Diesen Themen widmet sich Prof. Hellmut Mehnert seit über 50 Jahren.

Erfahrungen: 1967 hat er die weltweit größte Diabetes-Früherfassungsaktion gemacht sowie das erste und größte Schulungszentrum für Diabetiker in Deutschland gegründet.

Ehrung: Er ist Träger der Paracelsus-Medaille, der höchsten Auszeichnung der Deutschen Ärzteschaft.

Welche Wirkstoffe begünstigen Diabetes und welche können der Krankheit vorbeugen? Diese Fragen werden erfreulicherweise immer einheitlicher beantwortet. Das Problem eines Medikamenten-induzierten Diabetes konzentriert sich dabei zum Glück auf einige wenige Substanzen.

Ganz im Vordergrund steht der Steroid-Diabetes, der sich gelegentlich bei einer indizierten Cortisonbehandlung nicht vermeiden lässt. Betroffene sind gelegentlich Asthma-, Rheuma- oder Krebspatienten, die nur mit Steroiden eine Beschwerdefreiheit oder eine Linderung der Symptome erreichen können.

Steroid-Schwellendosis ist relativ

In der Literatur wird dabei häufig eine Schwellendosis für Cortison, Prednison oder Prednisolon angegeben, ab der mit Steroid-Diabetes zu rechnen sei. Solche Angaben können in zweierlei Hinsicht zu Fehlbeurteilungen führen: Einige Patienten sind nämlich erblich prädisponiert oder schon mit einem Prädiabetes vorbelastet.

Und zum anderen spielt natürlich die Dauer der Steroidbehandlung eine entscheidende Rolle.

Im Übrigen hat zu gelten: Den Intentionen des Cortison-verordnenden Kollegen ist Rechnung zu tragen. Auch bei niedrig dosierter wirksamer Steroidbehandlung muss der Diabetologe nachziehen und die antidiabetische Therapie anpassen. In vielen Fällen ist eine relativ hohe Insulindosis erforderlich.

Unter der Cortison-Behandlung verschiebt sich übrigens auch die relative physiologische Insulinresistenz von den Morgenstunden auf die Mittagszeit.

Ein weiteres Problem ist der sogenannte Thiazid-Diabetes. Die durch das Diuretikum induzierte Form der Zuckerkrankheit ist durch die massiven Absenkungen der Thiaziddosis in der Therapie eher selten geworden. Gleiches gilt zum Beispiel auch für Betablocker, Nikotinsäurepräparate und Statine.

Das Diabetes-Risiko durch diese Substanzen ist allerdings nur sehr gering. Auf keines der wertvollen Medikamente muss daher verzichtet werden! Das gilt ganz besonders für die oft so entscheidend wichtige Statinbehandlung.

Ein Gläschen in Ehren?

Eine Diabetes-vorbeugende Wirkung haben die Genussmittel Alkohol und Kaffee. Hinweise darauf gibt es aus Studien der Harvard Medical School.

Schon vor einigen Jahren wurde gezeigt, dass bei täglichem Konsum von 15 bis 29 g Alkohol (das entspricht knapp einem Viertelliter Wein) im Vergleich zur Alkohol-Abstinenz die Diabeteshäufigkeit um 38 Prozent verringert ist.

Kleinere Mengen Alkohol wirken im Übrigen auch günstig auf die Koronardurchblutung und das HDL-Cholesterin. Natürlich hat dies nichts mit einer Empfehlung von Alkohol zu tun. Größere Mengen Alkohol haben riskante Nebenwirkungen neurologischer, psychiatrischer und hepatologischer Art. Und selbst kleinere Alkoholmengen können gelegentlich Arrhythmien fördern.

Eine bis sechs Tassen Kaffee - gleichgültig, ob mit oder ohne Koffein - waren zudem bei Diabetes mit einer günstigen Stoffwechsellage assoziiert. Das hat eine Beobachtungsstudie über 10 Monate bis 20 Jahre mit über einer Million Teilnehmern und mehr als 45.000 Diabetikern ergeben.

Der Konsum von Kaffee war dabei umgekehrt proportional mit den Risiken für die Entstehung eines Typ-2-Diabetes assoziiert. Die Gründe dafür sind unklar. Diskutiert wird ein günstiger Effekt der in Kaffee enthaltenen Chlorogensäure.

Erfreuliche Botschaften also für Genießer, die am Tage einen Viertelliter Wein und ein paar Tassen Kaffee trinken wollen. Und ein weiteres "Schmankerl": Auch bittere Schokolade soll Atherosklerose und Diabetes entgegen wirken!

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