Direkt zum Inhaltsbereich

Psoriasis - da ist auch das Herz in Gefahr

FRANKFURT AM MAIN (hub). Psoriasis ist ein eigenständiger Risikofaktor für Myokardinfarkte. Je nach Alter der Patienten und Schwere der Psoriasis ist das Infarktrisiko um das Dreifache erhöht. Gegen zusätzliche kardiovaskuläre Risikofaktoren sollte entschieden vorgegangen werden.

Veröffentlicht:

Der Zusammenhang von chronischen Entzündungsreaktionen der Haut und einem erhöhten Infarktrisiko war bereits aus epidemiologischen Studien bekannt. Forscher haben jetzt gezeigt, dass die Koronarien herzgesunder Psoriasis-Patienten stärker kalzifiziert sind als die von Kontrollpersonen ohne die Hauterkrankung: Bei 60 Prozent der untersuchten Psoriasis-Patienten zeigten sich im CT Kalzifikationen der Koronararterien, aber nur bei 28 Prozent der Kontrollpersonen, schreiben Professor Wolf-Henning Boehncke und Dr. Sandra Boehncke vom Uniklinikum Frankfurt am Main (JDDG 6, 2008, 622).

Enthüllt wurden auch die pathophysiologischen Mechanismen. Aktuelle Atherosklerosekonzepte legen eine Ähnlichkeit der Entstehung von atherosklerotischen Plaques und von Psoriasis-Plaques nahe: In beiden Fällen kommt es initial zu einer Fehlfunktion der Gefäßwände, verbunden mit einer verstärkten Bildung von Adhäsionsmolekülen. Diese ermöglichen es Entzündungszellen, das Gefäß zu verlassen und die Umgebung zu infiltrieren. Psoriasis-Arzneien wie das Biological Efalizumab (Raptiva®) aber auch Dimethylfumarat haben Wirkmechanismen, die in diesen Prozess eingreifen.

Die Psoriasis wirkt sich somit im Sinne einer systemischen Entzündung aus, ganz wie auch eine Rheumatoide Arthritis (RA). Auch bei RA-Patienten ist ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko belegt worden (wir berichteten). Bei RA ist das Risiko verdoppelt und entspricht dem eines Diabetikers.

Für Ärzte, die Patienten mit Psoriasis betreuen ergeben sich daraus folgende Konsequenzen, so die Autoren: Außer einer effektiven Therapie der Psoriasis müsse gegen zusätzliche Risikofaktoren für das Herz - wie etwa Bluthochdruck - vorgegangen werden. Den Patienten sei zudem zu raten, das Rauchen aufzugeben und das Gewicht zu normalisieren.

Lesen Sie dazu auch: Psoriasis geht offenbar auch ans Herz Übergewicht schadet auch der Haut

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Inflammation

Was bringen Inkretinmimetika als Zusatztherapie bei Psoriasis?

Gefahren durch UV-Filter und Verpackung

Wie gesundheitsschädlich sind Kosmetika?

Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Anpfiff fürs Herzrasen

Gefährlich emotional: Wenn Fußball aufs Herz geht

Medizin aus dem Kochtopf

Wie Ernährung die altersbedingte Makuladegeneration beeinflusst

Lesetipps
Eine Sporttasche liegt am Boden und ist gefüllt mit Sportsachen, wie einem Springseil, einem Fußball, Laufschuhen und Tennisschlägern.

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Körperliches Training

Mit einer Stunde mehr Sport die Brustkrebsmortalität senken?

Ein Schild "Stromausfall wir können leider nicht öffnen. Im Notfall bitte klopfen" ist an einer Tür angebracht.

© Marijan Murat/dpa

Krisenresilienz

Stromausfall in Reutlingen: Eine Ärztin schildert ihre Erfahrungen