Ärzte Zeitung, 04.05.2009

Hautkrebs-Screening: bisher fünf Millionen Teilnehmer

Etwa einer von vier Patienten lässt die Untersuchung beim Hausarzt machen

BERLIN (gvg). Seit vor knapp einem Jahr das Hautkrebs-Screening als Kassenleistung eingeführt wurde, haben mehr als fünf Millionen Menschen daran teilgenommen. Diese erste Hochrechnung wurde zum Auftakt der Euro-Melanoma-Woche präsentiert.

Hautkrebs-Screening: bisher fünf Millionen Teilnehmer

Das Hautkrebs-Screening ist seit einem Jahr Kassenleistung - und ein Renner.

Foto: Klaro

Auf das Screening haben gesetzlich Versicherte ab 35 Jahre seit dem 1. Juli 2008 alle zwei Jahre Anspruch. Präzise Zahlen zur Nutzung werden erst in einigen Monaten erwartet. Nach Schätzungen lässt aber ungefähr ein Viertel der Patienten die Untersuchung beim Hausarzt machen, etwa 60 000 Hausärzte haben die Schulung besucht. In dermatologischen Praxen haben seit dem dritten Quartal 2008 etwa eine Million Menschen pro Quartal das Angebot genutzt, sagte der Generalsekretär des Berufsverbands der Deutschen Dermatologen (BVDD), Dr. Klaus Fritz aus Landau. Mehr als 90 Prozent der niedergelassenen Dermatologen machen beim GKV-Screening mit.

Nach Daten der KV Hessen ist im dritten und vierten Quartal 2008 das Hautkrebs-Screening insgesamt gut 200 000 Mal abgerechnet worden. Aus Hessen gibt es auch erste Ergebnisse: "Dort wird bei etwa einem von zehn Patienten ein Karzinomverdacht geäußert", sagte BVDD-Sprecher Ralf Blumenthal. Zahlen zur Stadienverteilung beim malignen Melanom gebe es noch nicht.

"In jedem Fall betrachten wir das erste Screening-Jahr als großen Erfolg", sagte der Generalsekretär der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft, Professor Rudolf Stadler.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Bundestag macht den Weg frei für Cannabis auf Rezept

13:12Ärzte können Hanf als verschreibungspflichtiges Medikament verordnen. Nach jahrelanger Debatte hat das Parlament heute den Umgang mit Cannabis als Medizin völlig neu geregelt. Krankenkassen müssen die Kosten im Regelfall erstatten. mehr »

Kein Schmerzensgeld für die künstliche Ernährung des Vaters

Das Münchener Landgericht hat die Klage gegen einen Hausarzt, der einen Patienten vermeintlich unnötig lange künstlich ernähren ließ, abgewiesen. Gleichwohl attestierte es einen Behandlungsfehler. mehr »

Droht Briten eine zweite Creutzfeldt-Jakob-Welle?

In Großbritannien ist ein Mann an einer ungewöhnlichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Dies nährt Befürchtungen, wonach mehr als 20 Jahre nach der BSE-Krise eine zweite Erkrankungswelle ansteht. mehr »