Ärzte Zeitung, 21.03.2011

Warnung vor Bettwanzen als blinde Passagiere im Gepäck

Aus vielen Hotels in den USA und Europa kann man Bettwanzen als unliebsame Souvenirs mitbringen.

Von Privatdozent Tomas Jelinek

Warnung vor Bettwanzen als blinde Passagiere im Gepäck

Eine Bettwanze (Cimex lectularius) beim Blutsaugen auf menschlicher Haut.

© Piotr Naskrecki/CDC/Harvard University / dpa

Bis vor wenigen Jahren kam sie in den industrialisierten Ländern nur selten vor: Die Bettwanze (Cimex lectularius). Im Zuge der weltweit zunehmenden Mobilität begann auch sie eine Weltreise: Zunächst breitete sie sich in New York aus.

In den letzten Monaten wird auch aus verschiedenen europäischen Regionen und Städten, wie Madrid, Salzburg und neuerdings London, über zunehmenden Bettwanzenbefall berichtet. Betroffen sind dabei keineswegs nur einfache Unterkünfte, sondern durchaus auch Luxusherbergen oder Privatwohnungen. Eingeschleppt werden die Wanzen oft als blinde Passagiere im Reisegepäck.

Bettwanzen verursachen bei Menschen juckende, oft gruppiert auftretende Stiche, die sich typischerweise morgens nach dem Aufstehen bemerkbar machen. Die Hautreaktionen können über einen Zeitraum von mehreren Tagen bestehen bleiben. Auch Blut- und Kotspuren auf der Bettwäsche oder ein süßlicher Geruch im Zimmer können Hinweis auf einen Wanzenbefall sein.

Obwohl in den Bettwanzen 28 verschiedene humanpathogene Erreger, darunter Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Viren gefunden wurden, konnte bisher noch keine Krankheitsübertragung auf Menschen nachgewiesen werden. Es kommt allerdings nach einem Stich von einer Wanze häufiger zu Sekundärinfektionen von aufgekratzten Stichen.

Reisende sollten ihre Koffer nicht auf Hotelbetten ablegen. Bei Verdacht auf Wanzenbefall müssen Betten, Polstermöbel und auch Gepäckstücke sorgfältig inspiziert werden, damit die Tiere nicht als unliebsames Souvenir mit nach Hause genommen werden. Haben sich die Wanzen erst einmal eingenistet, hilft in der Regel nur noch professionelle Bekämpfung durch Kammerjäger.

Infos zur Reisemedizin: www.crm.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »