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Ärzte Zeitung, 26.07.2004

Synkopen-Check bei Kindern in wenigen Minuten

Neues Gerät eignet sich auch zur kardialen Erstdiagnostik / Einsatz zur Prävention wird diskutiert

MÜNCHEN (gvg). Am Münchner Universitätsklinikum Großhadern können Kinder mit ungeklärten Synkopen künftig einer Blitzdiagnose unterzogen werden: Ein neues Gerät zeichnet Herzschlag für Herzschlag simultan EKG und Blutdruck auf und ermöglicht so eine erste Beurteilung der vegetativen Funktion innerhalb weniger Minuten.

Simultanmessung von EKG und Blutdruck tut nicht weh und dauert nicht lange. Foto: CNSystems

"Interessant ist das Verfahren vor allem bei Kindern und Jugendlichen, bei denen ein Verdacht auf neurokardiogene Synkopen besteht", sagte Professor Heinrich Netz von der Klinik für Pädiatrie in Großhadern im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung". Denn weil der Blutdruck über eine hochempfindliche Fingersonde im Rhythmus des Herzschlags gemessen werde, lasse sich der Effekt von minimalen Blutdruckschwankungen auf die Herzfrequenz der Kinder direkt beobachten. Ändert diese sich bei Blutdruckschwankungen nicht, dann könne das ein Hinweis auf eine Fehlfunktion der Barorezeptoren sein. Das komme zum Beispiel bei Kindern mit einem Diabetes mellitus vor, so Netz.

Doch auch eine kardiale Diagnostik ist mit dem "Task Force Monitor" genannten Gerät der österreichischen Firma CNSystems möglich: Die ebenfalls nicht-invasive Impedanzkardiografie erlaubt nämlich auch Aussagen über das Herzzeitvolumen und das Schlagvolumen.

"Wir werden jetzt mit Studien beginnen, in denen wir unter anderem Normwerte für unterschiedliche Altersklassen ermitteln wollen", hat Netz gesagt. Mittelfristig könne er sich gut vorstellen, das Gerät auch in Kinderarztpraxen oder sogar an Schulen für präventive Herz-Kreislauf-Checks einzusetzen: "Es tut nicht weh und dauert gar nicht lange".

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