Ärzte Zeitung, 04.02.2005

Ist NT-pro-BNP auch bei Aortenstenose bedeutsam?

Parameter korreliert mit Erholungsfähigkeit des Myokards

BERLIN (gvg). Ist die Erholung des Herzmuskels bei Patienten, die wegen einer Aortenstenose operiert werden, anhand des Parameters NT-pro-BNP vorherzusagen? Eine erste Untersuchung aus Bremen deutet zumindest in diese Richtung.

Das B-Typ natriuretische Peptid und das NT-pro-BNP sind beides Spaltprodukte des BNP-Vorläuferproteins (pro-BNP). Sie werden bei erhöhter kardialer Wandspannung von den Herzmuskelzellen freigesetzt und sind dann im Blut nachweisbar. Ihre Serumkonzentration korreliert mit dem Verlauf einer Herzinsuffizienz, deswegen werden sie dabei als Diagnosehilfe sowie zur Verlaufskontrolle und Prognoseeinschätzung verwendet. Das NT-pro-BNP ist dabei die stabilere von beiden Substanzen.

Eine neue Studie deutet jetzt darauf hin, daß NT-pro-BNP nicht nur bei Herzinsuffizienz, sondern auch bei Patienten mit operierter Aortenstenose ein für die Prognose nützlicher Parameter sein könnte, sagte der Labormediziner Professor Eberhard Gurr vom Zentralkrankenhaus links der Weser in Bremen.

Gurr berichtete auf einer Veranstaltung des Unternehmens Roche Diagnostics in Berlin von einer retrospektiven Untersuchung bei 27 Patienten mit Aortenstenose, bei denen keine zusätzliche koronare Herzerkrankung und keine Niereninsuffizienz vorliegen durfte. Es zeigte sich, daß bei den zwölf Patienten, bei denen sich sechs Monate nach der Operation Herzmuskelhypertrophie zurückgebildet hatte, die NT-pro-BNP-Werte zu Beginn niedrig waren.

Als Erfolgsparameter wurde dabei die Septumdicke genommen. Unterschieden wurde eine Abnahme der Septumdicke von mehr (Gruppe 1) oder weniger (Gruppe 2) als zwei Millimeter im ersten halben Jahr nach der Op. In Gruppe 1 lag der NT-pro-BNP-Wert anfangs bei 1000 Nanogramm pro Liter und fiel nach sechs Monaten auf 300 Nanogramm pro Liter. In der Gruppe 2 waren die entsprechenden Werte 8800 und 1000, ein Befund, der allerdings das Signifikanzniveau nicht ganz erreichte.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »