Ärzte Zeitung, 30.05.2008

KOMMENTAR

Weg mit Lücken beim Nichtraucherschutz!

Von Michael Hubert

Kneipensterben lautet ein Kernargument der Rauchverbotsgegner. Blickt man nach Bayern, kann der Eindruck entstehen, die haben Recht. Ganze Stadtteile und Ortschaften sind dort frei von öffentlicher Gastronomie. Dafür hat es einen Boom bei sogenannten Raucherklubs gegeben - alles ehemalige Gaststätten.

Dass gesetzliche Rauchverbote gerade nicht zu einem massenhaften Kneipensterben führen müssen, zeigt das Beispiel Dänemark. Mit Einführung von Nichtraucher-Schutzgesetzen ist der Umsatz in der Gastronomie gestiegen. In Dänemark fordern jetzt Gastwirte, die Gesetze zu verschärfen. Bei uns hingegen wird gejammert - und Druck auf die Politik ausgeübt. Und die scheint das zu machen, was sie so oft tut: umfallen.

Dabei muss die Debatte, wie und wieviel Nichtraucherschutz sein soll, beendet werden. Die Legislative muss wasserdichte Gesetze verabschieden und dabei klar kommunizieren: So bleibt es auch. Das schafft Rechtssicherheit für Nichtraucher und Raucher. Wissen Letztere, dass eine kurzfristige Kneipenabstinenz langfristig die Gesetze nicht ändert, gehen sie weiterhin in die Kneipe.

Der gesundheitliche Nutzen solcher Gesetze ist unstrittig. So hat etwa eine Studie belegt: In Orten mit scharfen Rauchverboten werden weniger Jugendliche zu Rauchern als ohne Verbote. Dieses Mal ist Ulla Schmidt zuzustimmen, wenn sie fordert: Die Länder sollen Ausnahmen beim Nichtraucherschutz abschaffen. Also: Tut es!

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