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Ärzte Zeitung, 23.02.2010

Kontrastmittel macht Ultraschall präziser

Beim Ultraschall hat sich in den vergangenen Jahren viel getan. Eine wichtige Entwicklung ist die Einführung von Kontrastmitteln, die die Aussagekraft und das Einsatzspektrum der Sonografie noch einmal erweitert haben.

Von Philipp Grätzel von Grätz

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WIESBADEN/BERLIN. Über die Fortschritte in der radiologischen Diagnostik reden alle. Dass sich auch beim Ultraschall viel getan hat, ist jedoch weniger bekannt. Die Zeiten, in denen bei der Abdomen-Sonografie das B-Bild der Weisheit letzter Schluss war, sind jedenfalls vorbei.

Irgendwie ist es immer noch präsent, das Klischee vom "Schneegestöber", vom Ultraschallbild, das aussieht wie ein Schwarz-Weiß-Fernseher mit Bildstörung. Und natürlich gibt es sie auch heute noch, die Geräte, die jene krisseligen Bilder liefern, die jeder Medizinstudent kennt. "Dabei sieht moderner Ultraschall ganz anders aus", sagt Professor Klaus Schlottmann von der Inneren Klinik I am Katharinen-Hospital Unna. "Moderne B-Bilder sind teilweise fantastisch. Die Artefakte werden von den Geräten entfernt. Und die Auflösung liegt bei guten Sonden im Mikrometerbereich und ist damit besser als bei Schnittbildverfahren."

Kleine Gasbläschen helfen, Blutgefäße darzustellen

Als die wichtigste Entwicklung der vergangenen Jahre beim Ultraschall betrachtet Schlottmann die Einführung von Kontrastmitteln, die die Aussagekraft und das Einsatzspektrum der Sonografie noch einmal erweitert haben. "Damit ergänzen wir das klassische B-Bild und die Doppler-Bilder für die Darstellung von Blutflüssen um eine dritte Modalität, die uns etwa bei der Malignitätsbeurteilung einen großen Schritt weiter hilft", so Schlottmann.

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Sonografie bei einer Schwangeren. © Z. Nyulaszi / fotolia.de

Beim Kontrastmittel-Ultraschall werden kleine Gasbläschen aus Schwefelhexafluorid in 2,5 Milliliter Phospholipidlösung intravenös injiziert. Diese etwa drei Mikrometer großen Bläschen haben eine Halbwertszeit von einigen Minuten und bleiben streng intravasal. Damit lassen sich Blutgefäße bis in die feinsten Verästelungen darstellen.

"Erst kürzlich wurde eine große Studie publiziert, die gezeigt hat, dass die Kontrastmittelsonografie den Schnittbildverfahren CT und Kernspin bei der Charakterisierung von Raumforderungen der Leber mindestens ebenbürtig ist", betonte Schlottmann im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung". Fokalnoduläre Hyperplasien und Hämangiome lassen sich durch ihr Anflutverhalten klar von bösartigen Tumoren abgrenzen. Ein wichtiges Kriterium ist, dass nahezu alle bösartigen Tumoren der Leber in der späten Phase der Kontrastmittelanflutung isoechogen sind. "Das ist zu 98 Prozent zuverlässig", sagte Schlottmann.

Auch jenseits der Leber ist die Abdomen-Sono mit Kontrastmittel oft äußerst hilfreich. In eigenen Untersuchungen konnte der Experte zeigen, dass sich Abszesse und Infiltrate im Bereich des abdominalen Fettgewebes, etwa im Bereich des Mesenteriums, sicher darstellen lassen, auch wenn sie im B-Bild nicht sichtbar sind.

Das kommt vor allem Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen zugute, bei denen sich die über die Jahre hinweg ohnehin ständig erforderlichen bildgebenden Untersuchungen mit einer Ultraschallsonde wesentlich angenehmer gestalten lassen als mit Röhre oder Endoskop. "Natürlich werden die anderen Verfahren nicht überflüssig. Aber der moderne Ultraschall gibt uns in vielen Situationen genug Informationen, um auf andere Verfahren verzichten zu können."

Selbst abdominelle Eingriffe sind unter Ultraschallkontrolle möglich. Wenn ein Abszess punktiert oder, im Falle des Morbus Crohn, drainiert werden soll, dann gelingt das dank Kontrastmittel unter Ultraschallkontrolle oft ausgezeichnet. Es ist noch nicht lange her, da war so etwas wesentlich aufwendiger. Günstigerweise scheint auch das eingesetzte Kontrastmittel sehr gut verträglich zu sein. "Es gibt schwerere Kontrastmittelreaktionen bei etwa einem von 30 000 Patienten", so Schlottmann. Dies sei eine sehr gute Quote.

Praxisfortbildungen beim Internistenkongress

Zwei Probleme freilich bleiben. Zum einen ist der Ultraschall trainingsbedürftig, und der Einsatz von Kontrastmitteln macht die Sache nicht leichter. Auch deswegen thematisiert die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin den Ultraschall immer wieder auf ihrem Jahreskongress, so auch in diesem Jahr. Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) werden zudem mannigfaltige Praxisfortbildungen angeboten.

Das zweite Problem ist die Finanzierung. Die wirklich leistungsfähigen Geräte kosten oft 50 000 Euro und mehr. "Das ist im ambulanten Bereich für viele schlicht zu teuer", so Schlottmann. Denn die Refinanzierung ist schwierig, auch weil bei Kontrastmittel-Untersuchungen zwar das Kontrastmittel extra abgerechnet wird, die Untersuchung selbst aber nicht mehr bringt als ein konventioneller Ultraschall. Im "Sonowald" werden praktische Übungen zur Sonographie und Echokardiografie an "High-End"-Geräten unter der Leitung von Experten ermöglicht.

"Sonowald" beim Internistenkongress

Beim 116. Internistenkongress vom 10. bis 14. April in Wiesbaden gibt es erstmals einen sogenannten "Sonowald". Hier können die Teilnehmer praktische Übungen zur Sonografie und Echokardiografie an "High-End"-Geräten unter der Leitung von Experten machen.

Außer bekannten Einsatzgebieten zur B-Bild-Sonografie sollen besonders auch die neuen Applikationen wie Doppler- und Kontrastmittelsonografie sowie Interventionsmöglichkeiten demonstriert werden. Pathologische Befunde werden im Rahmen der sogenannten "Virtuellen Sonografie" am Ultraschallsimulator trainiert. Eine CME-Zertifizierung wurde entsprechend beantragt. Mehr Infos unter: www.dgim2010.de

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