Ärzte Zeitung, 26.04.2006

Sartan wirkt entzündlichen Gefäßprozessen entgegen

Olmesartan reduzierte in Studie CRP-Spiegel signifikant

MANNHEIM (wst). Weil Atherosklerose durch entzündliche Gefäßprozesse vorangetrieben wird, wird in Therapiestudien vermehrt der Verlauf von Entzündungsmarkern untersucht. Von den Antihypertonika entfalten besonders AT1-Rezeptorblocker antientzündliche Effekte.

Darauf hat Professor Heinz Völler von der "Klinik am See" in Rüdersdorf beim Kardiologenkongreß in Mannheim hingewiesen. Wie Völler bei einem Satellitensymposium des Unternehmens Berlin-Chemie ausführte, haben Patienten mit metabolischem Syndrom im Vergleich zu gleichaltrigen Patienten ohne das Syndrom eine etwa fünffache kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität.

Als entscheidend für diese schlechte Prognose würden besonders ein überaktiviertes Renin-Angiotensin-Aldosteron-System und vaskuläre Entzündungsreaktionen erachtet, sagte Völler. Da beide miteinander verknüpften Prozesse vor allem durch eine abdominelle Adipositas vorangetrieben werden, sollte die Gewichtsreduktion an vorderster Stelle stehen.

Zur blutdrucksenkenden Behandlung bei Patienten mit metabolischem Syndrom bevorzugt Völler AT1-Rezeptorantagonisten wie Olmesartan, das vom Unternehmen als Votum® angeboten wird. Damit läßt sich nicht nur ein erhöhter Blutdruck effektiv und gut verträglich senken, sondern es wird offensichtlich auch vaskulären Entzündungsreaktionen entgegen gewirkt. Belegt wurde dies in der EUTOPIA-Studie.

In der Studie hatten 199 Patienten mit Hypertonie und nachgewiesener Mikrogefäßentzündung zusätzlich zu einer bedarfsorientiert dosierten blutdrucksenkenden Therapie mit Atenolol und Hydrochlorothiazid zwölf Wochen lang täglich 20 mg Olmesartan oder Placebo bekommen.

Bereits nach sechs Wochen war in der Sartangruppe das hochsensitive C-reaktive Protein (hsCRP; ein Marker für die Endothelschädigung) um signifikante 15 Prozent gesunken. In der Placebogruppe ergab sich keine Änderung. Nach zwölf Wochen war mit Verum eine signifikante hsCRP-Reduktion um 21 Prozent zu verzeichnen, mit Placebo waren es nichtsignifikante acht Prozent.

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