Ärzte Zeitung, 07.09.2006

Therapie mit AT-II-Antagonist mindert Intima-Media-Dicke

Effekt von Olmesartan und Atenolol auf Gefäßwände geprüft / Hinweise auf Minderung des Volumens atherosklerotischer Plaques

BARCELONA (Rö). Bei der Therapie mit dem AT-II-Antagonisten Olmesartan vermindert sich die Intima-Media-Dicke. Zudem nimmt, wie schon kurz berichtet, offenbar das Plaque-Volumen ab. Das belegen Resultate der MORE (Multicentre Olmesartan Atherosclerosis Regression Evaluation)-Studie.

Professor Klaus O. Stumpe aus Bonn stellte Daten aus MORE vor. Foto: grue

Die Daten stellte Professor Klaus Stumpe von der Universität Bonn jetzt beim Welt-Kardiologie-Kongreß in Barcelona vor. An der randomisierten doppelblinden Pilot-Studie haben 165 Hypertoniker teilgenommen. Jeweils die Hälfte von ihnen nahmen täglich 20 bis 40 mg Olme-sartan oder 50 bis 100 mg Atenolol ein. Beide Substanzen senkten den Blutdruck in gleichem Ausmaß.

Mit einer neuentwickelten Ultraschall-Technik wurden die Intima-Media-Dicke und Volumina von atherosklerotischen Plaques in der Arteria carotis dreidimensional bestimmt. Das berichtete Stumpe beim Satelliten-Symposium von Daiichi Sankyo / Menarini International.

Nach zwei Jahren Therapie wurde Bilanz gezogen: Beim primären Studien-Endpunkt, den Veränderungen der Intima-Media-Dicke, ergab sich ein signifikanter Unterschied zwischen den mit Atenolol und den mit Olmesartan Behandelten zugunsten von Olmesartan. Mit Atenolol hatte die Intima-Media-Dicke um 0,082 mm abgenommen, mit Olmesartan um 0,09 mm.

Beim sekundären Endpunkt, den Veränderungen des Volumens atherosklerotischer Plaques, gab es auf den ersten Blick mit Olmesartan eine leichte Verminderung (von 50 µl um 4,4 µl), bei Atenolol gab es keine Veränderung. Dieser Unterschied war nicht signifikant.

Große Unterschiede gab es allerdings, wenn nur große Plaques über 50 µl Volumen betrachtet wurden. Sie schrumpften mit Olmesartan um 16 µl; mit Atenolol blieben sie unverändert. Diese Subgruppenanalyse beim sekundären Endpunkt war vor Studienbeginn allerdings nicht definiert worden.

Die vielversprechenden Ergebnisse der Pilot-Studie sollten jetzt in einer größeren Studie überprüft werden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So viel jünger und attraktiver macht Facelifting

Wer sein Gesicht straffen lässt, will in der Regel jünger und dynamischer aussehen. Das scheint tatsächlich zu klappen. mehr »

Niedrig dosiert starten und langsam erhöhen!

Die neue Gesetzeslage zur Verordnung von Cannabis auf Kassenkosten ist beim Schmerz- und Palliativtag begrüßt worden. Ärzte mit Erfahrung mit Cannabinoiden loben vor allem den Erhalt der Therapiefreiheit. mehr »

Schnelltests - meist ein Fall für die GOÄ

Schnell und medizinisch sinnvoll – aber von gesetzlichen Krankenkassen meist nicht bezahlt: Laborschnelltests liegen im Trend. Für Hausärzte sind sie oft auch eine Selbstzahler-Option. mehr »