Ärzte Zeitung, 25.06.2009

Kommentar

Lücken, die es zu schließen gilt

Von Heinz Dieter Rödder

Mit steigendem Gewicht steigt der Blutdruck. Etliche Hinweise gibt es, dass das schon für Kinder gilt. Und dass es immer mehr dicke Kinder gibt, ist unübersehbar.

Was aber ist mit dem Blutdruck bei Kindern? Da gibt es noch Einiges zu klären. Wahrscheinlich ist, dass die Hypertonie-Prävalenz bei ihnen steigt. Dafür gibt der Kinder- und Gesundheitssurvey des Robert-Koch-Institutes Hinweise.

Welches ist die richtige Manschette bei Kindern, welches die richtige Messmethode? Ist der Goldstandard für erwachsene Hypertoniker, die 24-Stunden-Blutdruck-Messung, für Kinder und Jugendliche schon ausgereift? Dass der Trend dahin geht, erwarten Pädiater. Auch für die Blutdruck-Kontrolle zuhause bleiben Standards zu entwickeln. Offenbar gibt es auch noch unterschiedliche Ansichten darüber, etwa zwischen USA/Deutschland, welche Blutdruckwerte nach Alter und Geschlecht überhaupt normal sind. Und: Wird medikamentöse Blutdrucksenkung bei Kindern nötig, werden eher weniger geeignete Betablocker verwendet. ACE-Hemmer und Sartane werden erst neuerdings bei ihnen geprüft.

Erkannt sind die Forschungslücken. Man darf gespannt sein, was in internationalen Empfehlungen zur Hypertonie bei Kindern geklärt ist, die bald kommen sollen.

Lesen Sie dazu auch:
Wann hat ein Kind eigentlich zu hohen Blutdruck?

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