Ärzte Zeitung, 13.01.2010

Auch die Umwelt reguliert den Blutdruck

LÜBECK (grue). Die Höhe des Blutdrucks wird nicht nur durch genetische Faktoren bestimmt, sondern vermutlich auch durch Umwelteinflüsse, etwa durch
einen Eiweißmangel des Fötus.

Der Einfluss der Umwelt auf die phänotypische Ausprägung der Erbanlagen wird als Epigenetik bezeichnet. Dieses Forschungsfeld fasziniert Genetiker und Toxikologen gleichermaßen, denn offenbar gibt es viele Faktoren, die ein sogenanntes Imprinting von Genen auslösen - das ist die Veränderung der genetischen Informationen durch die individuellen Lebensumstände.

"So haben schwangere Frauen im Kriegswinter 1944 untergewichtige Kinder geboren, von denen auffällig viele als Erwachsene eine Hypertonie, eine Adipositas und einen Diabetes entwickelt haben", sagte Professor Gilbert Schönfelder von der Universität Würzburg. Auch treibt Untersuchungen bei Tieren zufolge eine intrauterine Wachstumsverzögerung den arteriellen Blutdruck hoch. Schafe, deren Mütter während der Tragezeit zu wenig Vitamin B 12, Folsäure und Methionin erhalten, haben ebenfalls einen zu hohen Blutdruck. Ähnlich nachteilig wirkt sich bei tragenden Mäusen die Aufnahme hoher Mengen an Phytoöstrogenen auf die Nachkommen aus, und das nicht nur auf die erste Folgegeneration.

Demnach kann ein epigenetisch verändertes Gen sogar weitervererbt werden. Was dabei genau passiert, ist Gegenstand molekulargenetischer Untersuchungen. "Offenbar ändert der jeweils prägende Umweltfaktor etwas an der Verpackung bestimmter Gene, etwa wie sie gewickelt sind", sagte Schönfelder. Das kann eine DNA-Methylierung, eine Histon-Modifikation oder eine RNA-basierte Stummschaltung von Genen bewirken.

Ähnliche Vorgänge kommen in Tumorzellen vor, wobei die chemischen Änderungen offenbar zu einer malignen Entartung der Zelle führen. Blutdruck-Gene wie eNOS reagieren auf den exogenen Stimulus dagegen mit einer Hochregulation von Blutdruck-relevanten Parametern oder greifen in das RAAS-System ein - wobei diese Effekte mitunter viel später zum Tragen kommen. "Wir gehen davon aus, das die phänotypische Ausprägung von Merkmalen nicht nur durch die Dominanz von Genen bestimmt wird, sondern auch durch äußere Einflüsse", sagte Schönfelder.

[13.01.2010, 16:13:51]
Dr. Nabil Deeb 
Für Diabetiker und Patienten mit Nierenerkrankung gelten strengere Richtlinien für die Blutdruckeinstellung als für andere Patienten mit Hypertonie. !




Nabil DEEB
Arzt – Physician – Doctor
PMI-Registered Doctors'Association
53140 Bonn / GERMANY



Für Diabetiker und Patienten mit Nierenerkrankung gelten strengere Richtlinien für die Blutdruckeinstellung als für andere Patienten mit Hypertonie.:-


Als obere Grenze empfehlen die meisten Fachgesellschaften für Diabetiker und Nierenkranke 130 / 80 mmHg, für alle anderen 140 / 90 mmHg..

Die Normalisierung eines Blutdrucks nützt Diabetikern ebenso wie Nichtdiabetikern.

Der Unterschied liegt nur in den Torpfosten, die oben und unten den Zielbereich für die Blutdrucksenkung markieren.

Bei Werten unter 120 mmHg steigt das Risiko wieder.

In Studien hat sich ein Anstieg der Sterberate bei systolischen Werten unter 120 mmHg gezeigt, dazu eine verstärkte Progression von Nierenschäden bei unter 110 mmHg .

Eine Blutdrucksenkung hilft, solange sie wirkt .

Diabetesprävention auch bei Herzinsuffizienz :-


Im CHARM-Preserved-Studienarm (Patienten mit linksventrikulärer Auswurffraktion über 40 Prozent, d.h. bei weitgehend erhaltener Pumpleistung des Herzens) wurde mit Candesartan eine Reduktion des Neuauftretens von Diabetes um signifikante 40 Prozent gezeigt (p=0.005) .

In der gesamten Studienpopulation (d.h. einschließlich der schweren Fälle von Herzinsuffizienz) lag die Reduktion bei 22 Prozent und erreichte ebenfalls statistische Signifikanz (p=0.02)3.

Bei Patienten mit Hypertonie und Diabetes weisen AT1-Blocker besondere Vorteile auf. Sie gewährleisten eine effektive Blutdrucksenkung, reduzieren Organschäden (z.B. Niere) und können den Glukosestoffwechsel günstig beeinflussen. Früh eingesetzt, können sie Diabetes sogar verhindern. AT1-Blocker werden daher auch international (WHO, Europäische Gesellschaft für Hypertonie und Kardiologie) als bevorzugte Blutdrucksenker bei Patienten mit Diabetes empfohlen.


Pathomechanismen der Atherosklerose bei Diabetes mellitus :-

Das Risiko für das Auftreten einer koronaren Herzkrankheit erhöht sich bei Vorliegen eines Diabetes mellitus Typ 2 auf das 3- bis 4fache gegenüber der Normalbevölkerung.
Pathologische und angiographische Studien haben gezeigt, dass sich der Diabetes durch eine diffuse und akzelerierte Form der Atherosklerose auszeichnet. Diabetiker weisen mehr komplexere Plaques auf, die häufiger Folgeprobleme mit sich bringen.

Angiographische Untersuchungen bei Diabetikern mit instabiler Angina pectoris zeigten eine höhere Inzidenz von Plaqueulzerationen und Thrombenbildung.

Diese Plaques waren auch lipidreicher mit zahlreichen Komponenten einer Entzündung.
So fand sich eine höhere Anzahl von Makrophagen in diesen Plaques .

Hyperglykämie und Endothelfunktion :-

Die Diabetiker weisen in besonderem Maße Zeichen der Inflammation und Thrombose auf.

Die wichtigste Substanz für eine normale Endothelfunktion ist die Produktion und Freisetzung von Stickstoffmonoxyd (NO).

NO wird in den Endothelzellen durch die endotheliale Isoform der NOSynthase (eNOS) gebildet.

NO ist eine vasodilatierende Substanz, die die Adhäsion von Monozyten und Leukozyten an das Endothel, aber auch die Proliferation und Migration von glatten Muskelzellen (SMC) verhindert.

Es reduziert die Produktion freier Sauerstoffradikale (ROS) und inhibiert die Oxidation von „low density lipoprotein-“ (LDL-) Cholesterin. Damit wirkt es antiatherosklerotisch und durch die Verhinderung der Adhäsion und Aggregation von Thrombozyten auch antithrombotisch.
Bei Patienten mit Diabetes mellitus inhibieren die Hyperglykämie, die erhöhten Spiegel freier Fettsäuren und die in den meisten Fällen vorliegende Insulinresistenz die endotheliale NO-Produktion sowie die Bioverfügbarkeit.

Patienten mit gestörtem Glukosestoffwechsel verbringen 11–12 Stunden täglich in einem postprandialen Status . Diese Hyperglykämie erhöht die Produktion des Diacylglycerols, ein „lipid second messenger“, welches eine Aktivierung verschiedener Isoformen der Proteinkinase C (PKC β- und δ-Isoform) bewirkt.

Diese Aktivierung setzt eine Reihe von proatherogenen Mechanismen in Gang. So wird die Aktivität Verschiedener Oxydasen (Nikotinamid-Adenindinukleotid-Phosphat-Oxydase [NAD(P)H-Oxydase], Xanthinoxydase, usw.) erhöht, die Folge ist eine vermehrte Bildung freier Sauerstoffradikale.

Superoxydanionen und NO reagieren zu Peroxynitrit, welches den Co-Faktor der NOS, Tetrahydrobiopterin (BH4), oxidiert.
Damit ist die NOS entkoppelt und produziert statt NO in vermehrtem Maße Superoxydanionen, womit ein Circulus vitiosus in Gang kommt .

Erhöhte Spiegel von PKC inhibieren aber auch die Aktivität des Phosphatidylinositol-3-Kinase-Pathways (PI3-K), weshalb die Aktivität der Akt-Kinase und in der Folge die Phosphorylierung der NOS behindert werden.

Daraus folgt neuerlich eine verminderte NO-Produktion. Auch erhöhte Konzentrationen freier Fettsäuren sind in der Lage, über diesen Mechanismus der Aktivierung der PKC die Aktivität der NOS und Bildung des NO zu vermindern.

Die Blockade des PI3-K-Pathways durch erhöhte Aktivität der PKC spielt auch hinsichtlich der Insulinwirkung eine große Rolle.

Insulin ist ein Vasodilatator und stimuliert die endotheliale NO-Produktion. In seinen Zielorganen stimuliert Insulin sowohl den PI3-K-Pathway als auch den mitogen-aktivierten Proteinkinase- Pathway (MAPK).

Die Aktivierung des PI3-KPathways ist für die insulinvermittelte Glukoseaufnahme in die Zielorgane wichtig. Dieser Pathway reguliert die insulinabhängige endotheliale NO-Produktion.

Bei Übergewichtigen und Diabetikern ist die Funktion dieses Mechanismus deutlich reduziert und steht somit in einem engen Zusammenhang mit der Insulinresistenz und dem metabolischen Syndrom.

Der MAPK-Pathway wirkt migrationsfördernd, proinflammatorisch, prothrombogen und somit proatherogen .

Pathogenese der Hypertonie bei metabolischem Syndrom:-


Die enge Assoziation zwischen Hypertonie und Hyperinsulinämie bei MetS läßt einen kausalen Zusammenhang vermuten.

Auch bei Patienten mit essentieller Hypertonie sind postprandiale und Nüchterninsulinspiegel höher als bei normotensiven Individuen genetisch hypertensive Ratten sind hyperinsulinämisch und insulinresistent .

Trotz Natriumretention und Volumenexpansion ist bei Patienten mit MetS das RAAS aktiviert. Viszerale Adipozyten sind groß und metabolisch aktiv. Neben proinflammatorischen Zytokinen wie TNF- beta; und Interleukin 6 sezernieren sie auch Angiotensin II.

Da sie auch insulinresistent sind, setzen sie freie Fettsäuren frei, welche wiederum zur Insulinresistenz der Leber und der Muskeln beitragen, den Barorezeptorreflex unterdrücken und die Aldosteronausschüttung fördern .


Für Diabetiker und Patienten mit Nierenerkrankung gelten eindeutig bewiesen strengere Richtlienen für die Blutdruckeinstellung als für andere Patienten mit Hypertonie. !

For diabetics and patients with kidney disease are clearly demonstrated Lienen stringent guideline for setting the blood pressure than for other patients with hypertension. !

Pour les diabétiques et les patients atteints de maladie rénale sont clairement démontré strictes Lienen indicatif pour réglage de la tension artérielle pour d'autres patients souffrant d'hypertension. !



Gleichgewicht zwischen Vitamin B12 und Folsäure in der Schwangerschaft.:-

Folsäure :-

Folsäure (= Pteroyl-Glutaminsäure) ist ein lebenswichtiges Vitamin, ohne das keine Zellteilung möglich ist. Sie gehört zu den B-Vitaminen und ist wasserlöslich und thermisch instabil. In der Nahrung liegt rund die Hälfte der Folsäure als Polymer (Polyglutamate) vor.

Folsäure ist ein wasserlösliches Vitamin und gehört zu der Gruppe der B-Vitamine. Ein Großteil der deutschen Bevölkerung nimmt mit der Nahrung weniger Folate als empfohlen auf. Eine ausreichende Aufnahme ist nicht nur zur Verhütung eines Mangels notwendig, sondern auch zur Krankheitsprävention wünschenswert. So haben zahlreiche Studien der letzten 20 Jahren gezeigt, dass die Folsäureeinnahme vor und während der Schwangerschaft das Auftreten von angeborenen Fehlbildungen vermindern kann. Durch umfangreiche Interventionsstudien wurde hierbei die Risikoreduktion für das Auftreten von Neuralrohrdefekten ( = NRD ) durch eine perikonzeptionelle Folsäuresupplementation gesichert. Daraufhin wurde in verschiedenen Ländern, wie in den USA, Kanada, Chile und Ungarn eine Anreicherung von Grundnahrungsmitteln gesetzlich festgelegt. Da es in Deutschland keine vergleichbare gesetzliche Regelung gibt, sind Frauen im gebärfähigen Alter für die individuelle Prophylaxe auf folsäurehaltige Supplemente angewiesen.

Ab wann und wie lange sollte Folsäure eingenommen werden?

NRD treten zwischen dem 20. und dem 28. Tag nach der Empfängnis auf. Zu diesem Zeitpunkt sind sich viele Frauen noch gar nicht bewusst, dass sie schwanger sind. Eine Folsäureeinnahme erst nach einem positiven Schwangerschaftstest käme also zu spät. Deshalb sollte Folsäure schon mindestens vier Wochen vor einer geplanten Schwangerschaft eingenommen werden. Da eine Schwangerschaft auch heute noch sehr häufig unbeabsichtigt oder nicht genau geplant eintritt, sollten alle Frauen im gebärfähigen Alter auf eine genügende Folsäurezufuhr achten.

Da der Folsäurebedarf einer Frau während der Schwangerschaft erhöht ist, ist es durchaus sinnvoll auch nach der 6. Woche weiterhin Folsäuretabletten einzunehmen.

Aus demselben Grund ist Folsäure vor allem aber für die Entwicklung des Embryos in der Frühschwangerschaft von Bedeutung .
Internationale Studien belegen, dass eine ausreichende Folsäureversorgung in der Frühschwangerschaft das Risiko von so genannten Neuralrohrdefekten bei Neugeborenen mit der Folge schwerer angeborener Fehlbildungen des Kindes verringern kann, wie zum Beispiel von Spina-bifida-Erkrankungen. Danach könnte die Häufigkeit angeborener Neuralrohrdefekte (ca. 1,5/1000 Schwangerschaften) um etwa 70-75 % gesenkt und in gleichem Maße Schwangerschaftsabbrüche aufgrund pränatal diagnostizierter Neuralrohrdefekte vermieden werden. In Deutschland werden jedes Jahr vermutlich zwischen 470 und 800 Kinder mit Neuralrohrdefekten geboren.

Niedrige Serum-Folsäure-Werte korrelieren u. a. auch mit erhöhten Werten für Homocystein. Ein erhöhter Homocysteinspiegel gilt als anerkannter Risikofaktor für Arteriosklerose und erhöht somit das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Auf Grund der Ergebnisse einer holländischen Studie mit 269 Thrombosepatienten und gleicher Anzahl gesunder Kontrollen wird vermutet, dass erhöhte Homocysteinspiegel auch einen Risikofaktor für venöse oder arterielle Thrombosen darstellen.

Als Ursachen für eine erhöhte Homocysteinkonzentration im Blut werden vor allem Enzym-Defekte beim Abbau von Homocystein sowie eine Unterversorgung mit den am Homocystein-Stoffwechsel beteiligten Vitaminen diskutiert.

Verschiedene Studien belegen eine signifikante Reduktion der Homocysteinspiegel durch eine erhöhte Zufuhr von Folsäure zusammen mit den Vitaminen B6 und B12, die als Coenzyme die Verstoffwechslung von Homocystein beschleunigen und damit zu einer Absenkung des Homocysteinspiegels führen.


Folsäure und Vitamin B 12 :-

Folsäure und Vitamin B 12 sind in ihrer Wirkungsweise miteinander verkoppelt.
Beide sind verantwortlich für die DNA-Synthese. Defizite führen zu einer makrozytären (megaloblastären) Anämie durch Reifungs- verzögerung des Zellkerns.

Folsäure (FS) ist in ihrer Wirkung auf die Methylierung von Homocystein und von DNA/RNA unabdingbar auf ein genügendes Vorhandensein von Vitamin B 12.





Für Diabetiker und Patienten mit Nierenerkrankung gelten strengere Richtlinien für die Blutdruckeinstellung als für andere Patienten mit Hypertonie. !


For diabetics and patients with kidney disease stricter guidelines apply to blood pressure control than for other patients with hypertension !


Pour les diabétiques et les patients souffrant d'insuffisance rénale des directives plus strictes s'appliquent pour contrôler la pression artérielle que pour les autres patients présentant une hypertension .




Literatur beim Verfasser .


Mit freundlichen kollegialen Grüßen


Ihr

Nabil DEEB
Arzt – Physician – Doctor
PMI-Ärzteverein e.V.
Palästinamedico International Ärzteverein – ( P M I ) e.V.
Department of Medical Research
Département de la recherche médicale
P.O. Box 20 10 53
53140 Bonn – Bad Godesberg / GERMANY

&

Nabil DEEB
Arzt – Physician – Doctor
PMI-Ärzteverein e.V.
Palästinamedico International Ärzteverein – ( P M I ) e.V.
Department of Medical Research
Département de la recherche médicale
P.O. Box 10 01 35
53439 Bad Neuenahr / GERMANY


e.mail: doctor.nabil.deeb.pmi.germany@googlemail.com

or

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