Ärzte Zeitung, 10.03.2005

KHK: je tiefer das LDL, desto besser

Bei LDL von 100 mg/dl sind Chancen der Sekundärprävention nicht erschöpft

ORLANDO (ob). Eine intensive Lipidtherapie mit Atorvastatin, die das LDL-Cholesterin deutlich unter die heute empfohlenen Zielwerte senkt, schützt nicht nur nach akutem Koronarsyndrom, sondern auch bei stabiler KHK deutlich besser vor kardiovaskulären Ereignissen als eine konventionelle Therapie. Dies belegen jetzt die Ergebnisse der TNT-Studie.

Wie stark sollte die LDL-Cholesterinsenkung bei KHK sein, um klinisch optimal wirksam zu sein? Derzeit wird für die Sekundärprävention ein Zielwert von 100 mg/dl empfohlen. In der PROVE-IT-Studie konnte jedoch kürzlich gezeigt werden, daß eine noch stärkere Senkung mit 80 mg Atorvastatin - der erreichte LDL-Wert lag im Schnitt bei 62 mg/dl - bei Hochrisikopatienten mit akutem Koronarsyndrom auch mehr klinischen Nutzen bringt.

Die gleiche Erfahrung machten Lipidforscher jetzt in der beim ACC-Kongreß vorgestellten TNT-Studie (Treating for New Targets). In dieser Studie sind 10 001 klinisch stabile Patienten mit manifester KHK knapp fünf Jahre lang entweder mit 10 mg oder 80 mg Atorvastatin (in Deutschland Sortis®) pro Tag behandelt worden.

In der nach konventionellen Maßstäben mit 10 mg Atorvastatin behandelten Gruppe sank das LDL-Cholesterin im Mittel auf 101 mg/dl, wogegen in der Gruppe mit aggressiverer Lipidsenkung ein Wert von 77 mg/dl erreicht wurde.

Durch die stärkere Lipidsenkung wurde die Inzidenz schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse (koronar bedingter Tod, Myokardinfarkt, Reanimation nach Herzstillstand, Schlaganfall) im Vergleich zur weniger intensiven Therapie signifikant um 22 Prozent reduziert (Inzidenzrate: 8,7 versus 10,9 Prozent). Die Behandlung mit 80 mg Atorvastatin führte auch zu einer signifikanten Senkung der Schlaganfallrate um 25 Prozent. Nach Einschätzung von Studienleiter Professor John LaRosa aus New York bewies Atorvastatin in beiden Behandlungsgruppen eine gute Verträglichkeit.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Das Prinzip "Je tiefer, umso besser" gilt jetzt auch für die Lipidsenkung bei Patienten mit stabiler KHK

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