Ärzte Zeitung, 31.03.2009

Rosuvastatin beugt auch Thromboembolien vor

JUPITER-Substudie ergibt eine 43-prozentige Reduktion venöser Thromboembolien

ORLANDO (ob). Eine primärpräventive Behandlung von Gesunden mit dem Statin Rosuvastatin beugt nicht nur Herzinfarkten und Schlaganfällen vor. Auch die Inzidenz von venösen Thromboembolien wird dadurch signifikant reduziert.

In der im November 2008 veröffentlichten JUPITER-Studie sind 17 802 offensichtlich gesunde Männer und Frauen mit normalen Cholesterinwerten, aber erhöhten Werten des Entzündungmarkers hsCRP (> 2 mg/l), knapp zwei Jahre mit täglich 20 mg Rosuvastatin oder Placebo behandelt worden. Das Statin reduzierte die Inzidenz primärer Endpunktereignisse (Myokardinfarkt, Schlaganfall, Revaskularisation, Hospitalisation wegen instabiler Angina pectoris, kardiovaskulär bedingter Tod) signifikant um 44 Prozent.

Venöse Thromboembolien (VTE) waren ein festgelegter sekundärer Endpunkt. Der Grund: Widersprüchliche Ergebnisse von Beobachtungsstudien hatten bis dato kein klares Bild vom Effekt einer Statintherapie auf die Thrombenbildung im venösen Gefäßsystem ermöglicht. Für Klarheit konnte nur eine randomisierte Studie sorgen. Die JUPITER-Substudie zum Einfluss des Statins auf die VTE-Rate hat Professor Robert Glynn jetzt erstmals vorgestellt. Sie wurde zudem im "New England Journal of Medicine" veröffentlicht.

Im Studienverlauf entwickelten 94 Teilnehmer eine symptomatische VTE, davon 34 in der Rosuvastatin-Gruppe und 60 in der Placebo-Gruppe. Damit sei das VTE-Risiko durch das Statin signifikant um 43 Prozent reduziert worden, berichtete Glynn. Durch Risiken (etwa Operation, Malignom) begünstigte VTE wurden ebenso reduziert wie spontan aufgetretene VTE. Welche Mechanismen dieser Wirkung des Statins zugrunde liegen, bedarf noch der Klärung.

Lesen Sie dazu auch:
Kurze Ischämien trainieren das Herzgewebe
Metaanalyse bestätigt Schutzeffekt von Dronedaron
Beschichtete Stents sind sicher und haben Vorteile
Erhöhte Triglyzeride bei Kindern - ein Warnsignal
Schlaf vor Mitternacht ist der beste fürs Herz
Stress nach Hurrikan schadet weiter dem Herz

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »