Kardiologie

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Modul: Diabetes und Herzinsuffizienz – Update 2017

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Forschung und Praxis, 13.12.2004

Herzinsuffizienz: Weniger Infarkte mit Candesartan

In der CHARM-Studie ist nachgewiesen worden, daß der AT1-Blocker Candesartan (Atacand®, Blopress®) bei einem breiten Spektrum von Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz die kardiovaskuläre Mortalität und die Rate der durch Herzinsuffizienz bedingten Klinikeinweisungen signifikant senkt. Diese Wirksamkeit bewies Candesartan sowohl als Alternative zum ACE-Hemmer (bei ACE-Hemmer-Unverträglichkeit) als auch als Zusatzmedikament zur Basistherapie (inklusive ACE-Hemmer).

Chronische Herzinsuffizienz ist meist mit einer Aktivierung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS) verbunden. Diese neurohumorale Aktivierung trägt zur Progression der Herzinsuffizienz bei, sie begünstigt möglicherweise aber auch die Entwicklung anderer kardiovaskulärer Ereignisse wie etwa Myokardinfarkte.

Die CHARM-Forscher haben deshalb in einer neuen Analyse die Daten der 7599 Studienteilnehmer unter der Fragestellung ausgewertet, ob die RAAS-Blockade mit Candesartan bei Herzinsuffizienz möglicherweise auch Myokardinfarkten und anderen kardiovaskulären Komplikationen vorbeugt. Dr. Catherine Demers aus Hamilton in Kanada hat die Ergebnisse vorgestellt.

Schon mit der Basistherapie erhielten viele Patienten Medikamente mit kardioprotektiver Wirkung wie ACE-Hemmer (41 Prozent), Betablocker (55 Prozent), Lipidsenker (42 Prozent) und ASS (56 Prozent). Auf der Grundlage dieser Standardtherapie bewies Candesartan zusätzliche Wirkung.

So wurde im Zeitraum von knapp 38 Monaten die Rate nicht-tödlicher Myokardinfarkte signifikant um 23 Prozent im Vergleich zu Placebo gesenkt (116 versus 148 Ereignisse). Auch für einen kombinierten Endpunkt (nicht-tödlicher Myokardinfarkt und kardiovaskulärer Tod) ergab die Analyse eine signifikante Reduktion um 13 Prozent durch Candesartan.

Angiotensinblocker wie Candesartan scheinen nach diesen Daten bei chronischer Herzinsuffizienz ein breiteres Spektrum protektiver Wirkungen zu besitzen, das über günstige Effekte auf durch Pumpschwäche bedingte Komplikationen hinausgeht. (ob)

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