Ärzte Zeitung, 06.04.2005

Wie lassen sich Herzinsuffizienz-Patienten früh erkennen?

Klinische Zeichen wie Dyspnoe und Ödeme eignen sich kaum zur Frühdiagnose / Als Methode der Wahl gilt die Echokardiographie

WIESBADEN (kat). Die klinischen Zeichen wie Dyspnoe und Ödeme eignen sich kaum zur Frühdiagnose oder dem Ausschluß einer Herzinsuffizienz. Methode der Wahl in der Früherkennung ist die Echokardiographie, die einen objektiven Nachweis erlaubt.

Schlechter als vermutet ist nach Aussagen von Privatdozentin Dr. Uta Hoppe vom Klinikum der Universität Köln die Aussagekraft der klinischen Symptomatik in der Früherkennung einer Herzinsuffizienz.

Ödeme und Dyspnoe erlauben nur in 22 Prozent der Fälle die Diagnose, in 27 Prozent den Ausschluß dieser häufigsten internistischen Einweisungsursache. Hoppe riet beim Verdacht, ein Oberflächen-EKG zu machen, da ein normales EKG immerhin einen hohen negativen prädiktiven Wert hat und in seltenen Fällen auch eine direkte Diagnosestellung erlaubt.

Die Standardlaboruntersuchung kann helfen, Begleiterkrankungen auszuschließen, kann Hinweise auf Ursachen einer Herzinsuffizienz geben, wegen der die Patienten behandelt werden können, und damit als Basis einer kausalen Therapie dienen - zum Beispiel im Fall der seltenen idiopathischen eosinophilen Kardiomyopathie -, und es kann für die Risikoabschätzung hilfreich sein.

Biomarker wie das BNP hätten in Hausarzt-Praxen im Zusammenhang mit den klinischen Zeichen einen Stellenwert, nicht aber zum Screening, so Hoppe. Liegt das BNP unter 100 pg/ml und besteht nur eine geringgradige Dyspnoe, so läßt sich eine Herzinsuffizienz praktisch ausschließen.

Bei starker Dyspnoe und Dekompensationszeichen einer Herzinsuffizienz liegt das BNP über 400 pg/ml; der Bereich zwischen 100 und 400 pg/ml stellt eine Grauzone dar. Die Beurteilung sollte immer extrakardiale Ursachen einer BNP-Erhöhung wie Lungenembolie und Bronchial-Ca in Betracht ziehen.

Für einen objektiven Nachweis einer frühen Herzinsuffizienz gilt die Echokardiographie als Methode der Wahl. Sie erlaubt unter anderem ein Mitralklappenflußprofil und damit eine Beurteilung der Funktion. Dies gilt allerdings nur in begrenztem Umfang für die diastolische Herzinsuffizienz, bei der der Echobefund oft unklar ist.

Invasive Verfahren wie die Herzkatheteruntersuchung haben in der primären Diagnostik keinen Platz. Sie haben aber für die Abklärung der Ätiologie und die Schweregradabschätzung eine Bedeutung.

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