Ärzte Zeitung, 30.01.2006

Valsartan erweitert Prävention nach Herzinfarkt

Studie belegt, daß das Sartan so effektiv ist wie ein ACE-Hemmer / Bedeutung bei Herzinsuffizienz wird erforscht

BERLIN (grue). Valsartan ist als einziger AT1-Blocker für die präventive Behandlung von Infarktpatienten mit Herzinsuffizienz oder linksventrikulärer systolischer Dysfunktion (LVH) zugelassen. In der VALIANT-Studie war das Sartan so wirksam wie ein ACE-Hemmer.

Deshalb ist Valsartan (Diovan®) eine gleichwertige Alternative, wenn ACE-Hemmer nicht vertragen werden. Darauf hat Professor Uta Hoppe von der Universität Köln auf einer Veranstaltung des Unternehmens Novartis in Berlin hingewiesen. An der VALIANT-Studie haben über 14 000 Patienten mit kompliziertem Infarkt etwa wegen LVH oder Stauungszeichen teilgenommen.

Sie erhielten eine Basistherapie mit Betablockern, ASS und Statinen und wurden dann drei Gruppen zugeteilt: Im ersten Studienarm bekamen die Patienten zusätzlich Valsartan, im zweiten den ACE-Hemmer Captopril und im dritten Studienarm eine Kombination aus beiden Medikamenten.

Die Gesamtsterberate als primärer Endpunkt betrug 19 Prozent und war in allen Gruppen gleich. Demnach sind Valsartan und Captopril bei Hochrisiko-Patienten nach Infarkt beide effektiv, aus der Kombination ergeben sich aber keinen weiteren Vorteile.

Anders ist es bei der chronischen Herzinsuffizienz, wie Hoppe erläuterte: Auch hier wird bei Unverträglichkeit vom ACE-Hemmer auf ein Sartan gewechselt. Aber es gibt noch eine weitere Indikation, die Patienten mit persistierenden Symptomen betrifft.

"Für sie wird eine Dreierkombination aus Sartan, ACE-Hemmer und Betablocker empfohlen, weil damit nachweislich die Rate stationärer Behandlungen sinkt", sagte Hoppe. Bei der akuten und chronischen systolischen Herzinsuffizienz ist demnach die AT1-Blocker-Therapie gut etabliert.

Unklar ist aber noch, ob dadurch auch bei chronischer Herzinsuffizienz die Sterberate reduziert wird. Hier haben Sartane bisher nur bei der antihypersentiven Therapie eine Bedeutung. Durch Regression der Myokardhypertrophie können sie womöglich die Lebenszeit der Patienten verlängern.

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