Kardiologie

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Diabetes und Herzinsuffizienz – Update 2017

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 02.04.2013

Leitartikel

Anämie-Therapie bei Herzinsuffizienz bringt für die Prognose nichts

Anämie ist bei Herzinsuffizienz häufig und mit einem erhöhten Sterberisiko assoziiert. Die simple Rechnung, dass eine Korrektur der Anämie dann umgekehrt prognostisch von Vorteil sein müsse, ist aber wieder einmal nicht aufgegangen.

Von Peter Overbeck

060a0201_4382743-A.jpg

Kontrolle: Herzinsuffizienz-Patienten haben relativ oft eine Anämie.

© Shevelev / fotolia.com

Anämie ist bei chronischer Herzinsuffizienz eine häufige Co-Morbidität. Sie ist mit einer eingeschränkten Belastbarkeit und Lebensqualität sowie einer erhöhten Sterberate assoziiert. Da liegt der Gedanke nahe, dass sich durch eine Korrektur erniedrigter Hb-Werte mit sogenannten Erythropoese stimulierenden Substanzen (ESA) klinische Verbesserungen erzielen lassen könnten.

Daten zum klinischen Nutzen einer EPO-Behandlung bei Herzinsuffizienz stammten bisher nur aus kleinen Studien, in denen die Wirkung anhand von Surrogatparametern wie Belastungskapazität oder Lebensqualität beurteilt wurde. In den meisten placebokontrollierten Studien war das EPO-Analogon Darbepoetin alfa Prüfsubstanz.

Die Daten ergaben kein konsistentes Bild. In einigen - jedoch nicht in allen - Studien führte die Behandlung bei Patienten mit Herzinsuffizienz mit begleitender Anämie zu einer Verbesserung von Lebensqualität, NYHA-Funktionsklasse oder spirometrischen Messgrößen.

Die bislang größte placebokontrollierte Studie (STAMINA-HeFT) verlief dagegen enttäuschend: Weder der primäre Endpunkt (Belastungszeit auf dem Ergometer) noch sekundäre Endpunkte wie Lebensqualität und NYHA-Klasse wurden trotz deutlichen Hb-Anstiegs durch Darbepoetin alfa günstig beeinflusst.

Vor diesem Hintergrund ist 2006 die RED-HF-Studie (Reduction of Events With Darbepoetin Alfa in Heart Failure) mit dem Ziel gestartet worden, die Frage, ob eine Therapie mit Darbepoetin alfa als Mittel zur Prognoseverbesserung bei Herzinsuffizienz tauglich ist oder nicht, definitiv zu klären.

Im Januar 2013 lag die Antwort dann zumindest in Kurzform vor ...

Jetzt gleich lesen ...Jetzt gleich lesen ...

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »