Ärzte Zeitung, 15.06.2004

Sartan hilft dem Herz, im Takt zu bleiben

Ein AT-II-Antagonist ist auch in Kombination mit einem ACE-Hemmer sinnvoll

WIESBADEN (grue). AT-II-Antagonisten werden von der Blutdrucksenkung unabhängige organschützende Effekte zugeschrieben. Dazu gehört auch eine stabilisierende Wirkung auf den Herzrhythmus, was bisher wenig beachtet wurde.

Deshalb seien Patienten mit Vorhofflimmern bevorzugte Kandidaten für eine Hypertoniebehandlung mit einem AT-II-Antagonisten wie Olme-sartan, hat Professor Peter Baumgart aus Münster auf einer Veranstaltung von Sankyo in Wiesbaden gesagt. Das Unternehmen bietet Olmesartan als Olmetec® an.

Ein Sartan sei sogar einem Betablocker - einem klassischen Antihypertensivum bei Vorhofflimmern - überlegen, so Baumgart. Er bezog sich dabei auf die LIFE-Studie, in der bei 9200 Hypertonikern mit Zeichen der Linksherzhypertrophie der AT-II-Antagonist Losartan mit dem Betablocker Atenolol verglichen wurde.

In der Losartan-Gruppe gab es signifikant weniger kardiovaskuläre Ereignisse, vor allem weniger Schlaganfälle. Dabei lohne sich ein Blick auf die Subgruppen-Ergebnisse, sagte Baumgart. Denn bei Patienten mit Vorhofflimmern war das Schlaganfallrisiko bei Losartan um 52 Prozent niedriger als bei Atenolol. Bei stabilem Sinusrhythmus lag die relative Risikoreduktion bei 21 Prozent. "Das spricht für einen antiarrhythmischen Effekt des Sartans", sagte Baumgart.

Für Baumgart ist die LIFE-Studie ein wichtiger Beleg dafür, daß ein AT-II-Antagonist für Hypertoniker mit erhöhtem Schlaganfallrisiko besonders geeignet ist. Dazu gehören nach Angaben Baumgarts Patienten mit: Diabetes, systolischer Hypertonie, schwerer Hypertonie, peripherer Verschlußkrankheit, Linksherzhypertrophie, Vorhofflimmern, Mikroalbu-minurie oder Karotisstenose.

Das Sartan wird dabei meist alternativ zum ACE-Hemmer eingesetzt. Aber: "Zusammen mit einem ACE-Hemmer kann eine noch stärkere Blutdrucksenkung erzielt werden und zusätzlicher Nutzen bei Herzinsuffizienz", sagte Baumgart. Dabei empfehle sich Olmesartan als Kombinationspartner, der in einer Dosierung von 20 mg/Tag zu einer deutlichen Senkung des Blutdrucks führt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »