Ärzte Zeitung, 11.02.2004

B-Vitamine haben keinen Schutzeffekt auf Hirngefäße

Ergebnisse einer US-Studie mit mehr als 3000 Patienten

BERLIN (gvg). Eine Senkung des Homocystein-Gehalts im Blut durch Behandlung mit B-Vitaminen hat offenbar keine Auswirkungen auf die Rate zerebrovaskulärer Ereignisse. Das hat jetzt eine neue US-amerikanische Studie ergeben.

An der randomisierten, kontrollierten Studie der Arbeitsgruppe um James Toole von der Wake Forest Universität im US-Bundesstaat North Carolina nahmen 3680 Patienten teil, die zu Studienbeginn jeweils bereits einen leichten Schlaganfall hinter sich hatten (JAMA 291,2004, 565). Die eine Hälfte der Patienten erhielt die Vitamine Folsäure (FS), B6 und B12 in der hohen Dosierung von 25 (B6), 0,4 (B12) und 2,5 Milligramm (FS) täglich.

Die Patienten der Kontrollgruppe erhielten jeweils nur wenige Mikrogramm derselben Substanzen. Anlaß der Studie war die wiederholt gemachte Beobachtung, daß Patienten mit zerebro- wie auch mit kardiovaskulären Leiden einen erhöhten Homocysteingehalt im Blut aufweisen.

Tatsächlich senkte die zweijährige Behandlung in der Hochdosisgruppe den Homocysteingehalt im Blut der Schlaganfallpatienten signifikant. Dies führte aber nicht zu einer Verringerung des Schlaganfall- und Infarktrisikos. Das lag in beiden Gruppen über den Zweijahreszeitraum bei knapp einem Fünftel. Erneut reproduziert wurde allerdings eine geringere vaskuläre Ereignisrate bei jenen Patienten, die beim Homocysteingehalt im Blut einen niedrigeren Ausgangswert hatten.

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