Ärzte Zeitung, 19.10.2010

IvF: Hoffnung auf eine bessere Erfolgsquote

BONN (eb). Eine neue Untersuchungsmethode lässt kinderlose Paare auf eine höhere Erfolgsquote bei einer künstlichen Befruchtung hoffen. Das verbesserte Verfahren der Polkörperdiagnostik kann Chromosomenschäden in der Eizelle mit knapp 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit sichtbar machen. Das zeigt eine Studie der Universität Bonn und des Zentrums für Reproduktionsmedizin in Bologna . Ärzte können so für die künstliche Befruchtung diejenigen Eizellen auswählen, deren Chromosomen in Ordnung sind.

Bislang führt eine künstliche Befruchtung nur in einem Drittel der Fälle zu einer erfolgreichen Schwangerschaft. Chromosomen-Defekte gelten dafür als wesentlicher Grund. Die reife Eizelle enthält häufig die falsche Anzahl von Chromosomen. Wird sie von einem Spermium befruchtet, stirbt der Embryo oft bereits nach wenigen Tagen oder Wochen. Nach Schätzungen endet jede zweite Schwangerschaft auf diese Weise. Oft weiß die betroffene Frau nicht einmal, dass sie schwanger war. Kommt es dennoch zu einer Geburt, ist das Kind meist schwer behindert.

Mehr Infos per E-Mail von: Markus.Montag[at]ukb.uni-bonn.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Werden europäische Männer immer unfruchtbarer?

Männern haben immer weniger Spermien. Direkte Rückschlüsse auf Fruchtbarkeit erlaubt das nicht – es könnte aber nur die Spitze eines Eisbergs gesundheitlicher Probleme sein. mehr »

Psychotherapie soll künftig Unifach werden

Ein einheitliches Berufsbild, Studium an der Uni. Die Psychotherapeutenausbildung steht vor umwälzenden Veränderungen. Kritiker vermissen beim Entwurf aber Konkretes zum Thema Weiterbildung. mehr »

Ist die menschliche Entwicklung am Ende?

Über Hunderttausende von Jahren ist der Mensch zu dem geworden, was er heute ist. Und nun? Ein Grimme-Preisträger fragt sich, ob Unsterblichkeit erstrebenswert ist und wohin uns die Evolution führen wird - oder kann der Mensch sie austricksen? mehr »