Ärzte Zeitung, 02.07.2013

Gutartige Schilddrüsenknoten

Kontrolle für drei Jahre reicht

Wer die Nachbeobachtung von als gutartig diagnostizierten Schilddrüsenknoten nach einem Zeitraum von drei Jahren stoppt, muss nicht fürchten, dass bei diesem Vorgehen leichter ein Malignom übersehen wird.

Von Robert Bublak

Kontrolle für drei Jahre reicht

Die Sonografie hilft bei Schilddrüsenknoten abzuklären, ob eine Autonomie oder ein Malignom vorliegen.

© Alexander Raths

HOUSTON/TEXAS. Die Nachbeobachtung von Schilddrüsenknoten, die als gutartig diagnostiziert worden sind, kann nach einem Zeitraum von drei Jahren beendet werden. Das Unterlassen von weiteren Kontrollen geht nicht mit einem erhöhten Krebsrisiko einher.

Das haben Forscher um Sukhyung Lee am MD Anderson Cancer Center der University of Texas in ihrer Studie herausgefunden (Journal of the American College of Surgeons 2013; online am 7. Mai).

Teilnehmer waren 738 Patienten, bei denen in den Jahren zwischen 1998 bis 2009 feinnadelbioptisch gutartige Knoten in der Schilddrüse festgestellt wurden.

92 von ihnen wurden sofort operiert, 280 Patienten erschienen nicht zu der Kontrolldiagnostik. 226 Patienten wurden in eine Gruppe mit einem Kurzzeit-Follow-up von weniger als drei Jahren eingeteilt, 140 Patienten dagegen erhielten einen langfristigen Follow-up von mehr als drei Jahren Dauer.

Malignitätsquote von 1,5 Prozent

Ein Nutzen der längeren Verlaufskontrolle dahingehend, dass mehr maligne Knoten - im Sinne zuvor falsch negativer benigner Befunde - entdeckt worden wären, war dabei nicht festzustellen.

Dafür mussten die Patienten während der langen Nachbeobachtung öfter weitere Biopsien über sich ergehen lassen.

Bei 13 der 140 Langzeitpatienten und 31 der 226 Patienten in der Kurzzeit-Gruppe war es schließlich nötig, die Schilddrüse zu entfernen. Nur in zwei Fällen lautete die pathologische Diagnose auf ein Schilddrüsenmalignom; beide Fälle gehörten der Kurzzeitgruppe an.

Alle 136 Thyreoidektomie-Patienten in der Zusammenschau betrachtet - also auch jene 92 Teilnehmer, die sofort operiert worden waren - ergab sich für Patienten mit ursprünglich als benigne klassifizierten Schilddrüsenknoten eine abschließende pathologisch gesicherte Malignitätsquote von lediglich 1,5 Prozent.

In der Langzeitgruppe wurden 18 weitere Biopsien vorgenommen, in der Kurzzeitgruppe acht Biopsien. Insgesamt wurde in der Langzeitgruppe also ein größerer Aufwand betrieben, ohne dass der Ertrag der zusätzlichen Untersuchungen höher gewesen wäre.

Routinekontrollen nach drei Jahren beenden

In den einschlägigen Empfehlungen ist die Verlaufskontrolle benigner Schilddrüsenknoten als Open-End-Veranstaltung angelegt. Die texanischen Forscher regen an, diese Praxis zu überdenken.

Die Rate entdeckter Malignome steigert das langzeitige Nachuntersuchen offenbar nicht, lautete das Fzit der Forscher.

"Ist die Gutartigkeit eines Schilddrüsenknotens bioptisch bewiesen", schreiben die texanischen Wissenschaftler, "sollte man nach drei Jahren erwägen, die Routinekontrollen zu beenden."

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