Direkt zum Inhaltsbereich

Ohne Innovationen keine effektive Aids-Therapie

BANGKOK (HL). Aidserreger werden rasch resistent. Die Dauerbehandlung von Patienten mit HIV und Aids erfordert deshalb einen ständigen Nachschub an neuen Arzneimitteln. Das ist nur dann möglich, wenn den Herstellern für ihre Innovationen auch ein effektiver Patentschutz garantiert ist.

Veröffentlicht:

Auf diesen Zusammenhang zwischen den immer neuen Herausforderungen in der Aids-Therapie und dem Schutz geistigen Eigentums bei Arzneimittel-Innovationen hat der Chief Executive Officer von Pfizer, Hank McKinnell, bei der Aids-Konferenz in Bangkok aufmerksam gemacht.

Der medizinische Hintergrund ist: Wenige Jahre nach Beginn einer antiretroviralen Therapie versagen die Medikamente bei etwa der Hälfte der Patienten. Entweder treten Resistenzen auf oder die Arzneimittel verursachen starke Nebenwirkungen. Die Viren mutieren ständig, sodaß verfügbare Medikamente versagen.

Die einzige Möglichkeit, dieses Problem zu lösen, besteht darin, daß die Industrie ständig neue Medikamente entwickelt. In diesem Zusammenhang beklagt McKinnell, daß etwa Regierungen und Nicht-Regierungs-Organisationen bislang nur "sehr zögerlich realistische Lösungen" für diese Herausforderungen angeboten hätten.

McKinnell sieht zwar in jüngster Zeit durchgreifende Veränderungen, etwa den starken Preisverfall in den ärmsten Ländern, Arzneimittelspenden der Hersteller sowie eine freiwillige Lizensierung zugunsten armer Länder. Er warnt aber davor, die emotional besetzte Frage des geistigen Eigentums als einzige Ursache für den unterschiedlichen Zugang zur Gesundheitsversorgung anzusehen. "In einer Welt, in der die meisten Aids-Patienten nicht einmal in der Nähe einer befestigten Straße sterben, ist Patentschutz allein eine zu simplizistische Antwort."

Von wenigen Ausnahmen abgesehen, sind Hilfen der pharmazeutischen Industrie für Länder der Dritten Welt, vor allem für das südliche Afrika, immer wieder gescheitert. So landete erst vor einigen Monaten eine Medikamenten-Sendung, die für Afrika bestimmt war, als Re-Import in Belgien. Eine effektive Bekämpfung von Aids setzt politische Priorisierung voraus, die Bekämpfung von Korruption und eine medizinische Infrastruktur, die eine gezielte Therapie ermöglicht.

Lesen Sie auch: Immer mehr Frauen infiziert

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: WAYPOINT-Studie: schnelle und signifikante Reduktion des SNOT-22-Scores über 52 Wochen

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [6]

Schwere, unkontrollierte CRSwNP

Wirkansatz an epithelialen Alarminen

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Barrierefreiheit ist Pflicht

So wird eine Praxiswebseite barrierefrei

Lesetipps
Ein Arzt schaut sich ein EGK an.

© Evgeniy Kalinovskiy / stock.adob

Beispiele zum Durchklicken

Auffälliges EKG: Was steckt hinter diesen 13 Fällen?

Ein roter Stift vor einem Taschenrechner.

© Gina Sanders / stock.adobe.com

Einsparungen beschlossen

Wegen Spargesetz: KV Berlin ändert Honorarverteilung und streicht Förderung