AIDS/HIV

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Modul: HIV-Infektion – Test und Behandlung

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Ärzte Zeitung, 04.10.2004

Bei HCV-HIV-Koinfekt muß der Immunstatus verbessert werden

Therapie gegen HIV bremst auch die Fibroseprogression

KÖLN (awa). Die HIV-Infektion beeinflußt den Verlauf einer gleichzeitigen Infektion mit dem Hepatitis-B- (HBV) oder Hepatitis-C-Virus (HCV) ungünstig: Die Hepatitis-Infektion schreitet schneller voran, und Leberzirrhosen oder Leberkarzinome treten häufiger auf als bei Monoinfektionen mit Hepatitisviren.

Für die Behandlung bei einer HBV-Koinfektion bieten sich Nukleosidanaloga, die auch gegen HIV wirksam sind, an, für die Therapie bei HCV-Koinfektion steht Interferon-alpha in Kombination mit Ribavirin zur Verfügung.

Das Nukleosidanalogon Lamivudin (in der Dosierung 100 mg/Tag als Zeffix®) wirke bei Hepatitis B hervorragend, betonte Dr. Stephan Mauss aus Düsseldorf. Diese Therapie habe aber den Nachteil, daß im Verlauf der Behandlung nach mehreren Jahren fast alle Patienten eine Resistenz dagegen entwickelten, sagte der Infektionsspezialist beim 14. Workshop der Deutschen Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter e.V. (DAGNÄ) in Köln. In dieser Situation falle die Substanz dann zur Behandlung bei einer HIV-Koinfektion aus.

Als Alternative nannte Mauss das Nukleotidanalogon Adefovir (Hepsera®), das in der Dosierung von 10 Milligramm pro Tag verwendet werden kann, wenn keine HIV-Therapie geplant ist. Bisher seien auch nach 144 Wochen Behandlung noch keine Resistenzen gegen Adefovir aufgetreten, sagte Mauss.

Ist eine Therapie gegen die HIV-Infektion jedoch angezeigt, bietet sich Mauss zufolge eine Kombination mit Tenofovir (Viread®) an, das wie Lamivudin die Vermehrung von HBV und HIV hemmt. Tenofovir wirke auch bei einer Resistenz gegen Lamivudin.

Bei der Behandlung von Patienten mit HCV/HIV-Koinfektion gehe es vor allem darum, den Immunstatus zu verbessern, sagte Mauss. So wirke sich eine hochaktive antiretrovirale HIV-Therapie günstig auf die Fibroseprogression und damit auf die leberassoziierte Sterberate bei einer Koinfektion aus.

In den vergangenen Jahren hat sich bei der HCV-Monoinfektion eine Kombinationsbehandlung mit pegyliertem Interferon-alfa und dem Nukleosidanalogon Ribavirin etabliert. Mittlerweile liegen auch Ergebnisse zur Behandlung bei HCV/HIV-Koinfektion aus der APRICOT-Studie mit 868 Patienten vor (wir berichteten).

Nach 48 Wochen Behandlung habe die Therapie mit pegyliertem Interferon-alfa-2a (Pegasys®) plus Ribavirin (Copegus®) mit 40 Prozent Ansprechrate die bisher besten Ergebnisse ergeben, so Mauss.

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