Ärzte Zeitung, 02.11.2005

Infektionen mit Chlamydien zu wenig beachtet

BERLIN (dpa). Viele Jugendliche und auch manche Ärzte in Deutschland wissen nach Ansicht von Gesundheitsexperten zu wenig über gefährliche Sexualinfektionen mit Chlamydien. Die Bakterien könnten jedoch schwere Folgen bis hin zur Unfruchtbarkeit haben, hat das Robert-Koch-Institut (RKI) erinnert.

Studien aus Deutschland belegen nach Angaben des RKI bei 2,5 bis 10 Prozent der über 14 Jahre alten Mädchen und der Frauen eine Infektion mit Chlamydien, die für die Hälfte aller Fälle von Unfruchtbarkeit bei Frauen ursächlich sind.

Trotzdem wissen nach Erfahrungen von pro familia nur wenige Frauen über Chlamydien Bescheid. In den Schulen bleibe die Aufklärung häufig auf die HIV/Aids-Prävention beschränkt. Anders als genitale Chlamydien-Infektionen sei Aids jedoch oft weit von der Lebensrealität der Mädchen entfernt.

Auch bei Ärzten sehen die Experten Handlungsbedarf: Chlamydien-Tests würden zu selten angeboten. Von Chlamydien sind besonders sexuell aktive Jugendliche und junge Erwachsene betroffen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »