Ärzte Zeitung online, 18.03.2014

WHO-Warnung

Neue Poliofälle in Kamerun

Drei weitere Fälle: In Kamerun gibt es offenbar einen kleineren Polioausbruch. Die WHO hat die Warnstufe angehoben.

Neue Poliofälle in Kamerun

Protest: Ein Kind in Zentralafrika wird gegen Polio geimpft.

© Olivier Asselin / Unicef / dpa

GENF. In Kamerun hat es drei neue Poliofälle gegeben. Seit Anfang Januar wurde aus dem Nordwesten, der Mitte und der Region Adamaoua je ein Infektionsfall mit Poliowildviren (WPV) des Serotyps 1 gemeldet, teilte die Weltgesundheitsorganisation WHO am Montagabend in Genf mit.

Damit ist die Zahl der Poliomyelitisfälle in dem zentralafrikanischen Staat seit Oktober vergangenen Jahres auf insgesamt sieben gestiegen. Im Oktober wurden bereits vier Erkrankungen aus dem Westen des Landes gemeldet. In allen Fällen liege eine paralytische Poliomyelitis vor.

Laut WHO sprechen genetische Untersuchungen der Isolate dafür, dass die Wildtypviren bereits seit längerem unerkannt in dem Land zirkulieren. Für die Jahre 2010 bis 2012 hatte die WHO keine Poliofälle in der Republik Kamerun verzeichnet. In dem Land leben rund 20 Millionen Menschen. Die Weltgesundheitsorganisation hat die Poliorisikoeinschätzung für Kamerun auf "sehr hoch" angehoben.

Seit dem ersten Auftreten der neuen Fälle im vergangenen Oktober wurden in Kamerun drei landesweite Impfkampagnen durchgeführt. Eine weitere ist Anfang März angelaufen. Laut der WHO sind schätzungsweise rund 40 Prozent der Kinder in dem Land jedoch nicht ausreichend gegen Polio geschützt.

Ein Hauptgrund dafür sind den Angaben zufolge fehlende Besuche der Impfteams in den Haushalten. Knapp die Hälfte aller nicht geimpften Kinder sei bislang nicht von einem Impfteam aufgesucht worden.

Polio gilt weltweit nur noch in Afghanistan, Pakistan und Nigeria als endemisch. Wegen der regionalen Nähe ist es bei den neuen Fällen in Kamerun denkbar, dass die Polioviren aus Nigeria eingeschleppt wurden. Fälle von Infektionen mit eingeschleppten Poliowildviren werden seit geraumer Zeit zudem aus Syrien und Israel gemeldet. (nös)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

"Fehler passieren, auch in der Medizin. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten durch einen Behandlungsfehler zu Schaden kommen, ist extrem gering." So lautete das Fazit von Dr. Andreas Crusius bei der Vorstellung der Behandlungsfehlerstatistik. mehr »

Naturvolk mit erstaunlich gesunden Gefäßen

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »