Ärzte Zeitung, 11.02.2004

KOMMENTAR

Mehr Aufklärung zu Hepatitis C!

Von Wolfgang Geissel

Virushepatitis wird von Drogensüchtigen vielfach angesehen wie ein Schnupfen, weil die unmittelbaren Folgen der Infektion meist harmlos erscheinen. Hepatitis-C-Viren (HCV) verbreiten sich dabei unter Süchtigen rasant, und intravenöser Drogengebrauch ist heute in Deutschland die Hauptinfektionsursache dafür.

Nach Studiendaten sind bereits nach dreimonatigem Drogenspritzen 40 Prozent der Süchtigen mit HCV infiziert, mit fatalen Spätfolgen: Bis zu 20 Prozent der chronisch Infizierten erkranken binnen 20 Jahren an Leberzirrhose mit hohem Risiko für ein hepatozelluläres Karzinom.

Wenn jetzt das European Centre for Drug Monitoring angesichts der HCV-Bedrohung Alarm schlägt, gilt das auch für Deutschland. Es ist höchste Zeit, daß bei uns der Hepatitis C mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Vor allem junge Menschen müssen besser als bisher über die Risiken aufgeklärt werden.

Die meisten Infizierten wissen zudem nichts von ihrer Erkrankung. Hier sind Hausärzte gefordert, bei gering erhöhten Leberwerten eine HCV-Diagnostik zu veranlassen. Denn werden Infektionen früh erkannt, dann haben Betroffene durch moderne Therapien eine gute Prognose.

Lesen Sie dazu auch:
EU-Behörde warnt vor Epidemie mit Hepatitis-C-Virus

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Im Sushi war der Wurm drin

Der Hinweis aufs Sushi brachte die Ärzte auf die richtige Spur. Statt den Patienten wegen Verdachts auf akutes Abdomen zu operieren, führten sie eine Gastroskopie durch. mehr »

Alle wichtigen Videos vom Ärztetag

Digitalisierung, Angst vor Veränderung, Wunschminister: Die Ärztezeitung fasst für Sie die wichtigen Themen des Ärztetags in kurzen Videos zusammen. mehr »

Importierte Infektionen führen leicht zu Diagnosefehlern

Wann muss ein Arzt für eine Fehldiagnose gerade stehen? In einem aktuellen Fall entschied das Oberlandesgericht Frankfurt gegen einen Arzt. mehr »