Ärzte Zeitung, 17.09.2004

Analgetika schon bei Zoster-Verdacht

Bei Neuralgien sind Ko-Analgetika gegen neuropathische Schmerzen indiziert

KREFELD (Rö). Patienten mit Herpes zoster sollten grundsätzlich eine Schmerztherapie erhalten. Wichtig ist, daß diese früh, schon bei Verdacht auf eine Zoster-Erkrankung, beginnt, hoch dosiert ist und lange fortgesetzt wird. Große Bedeutung haben dabei Ko-Analgetika, die gegen neuropathische Schmerzen wirken.

Diese Grundsätze hat Dr. Martina Lilie vom Klinikum Krefeld jetzt in "Der Hautarzt" (55, 2004, 831) aufgestellt. Die Schmerztherapie sollte sich dabei nach der Schmerzintensität richten, die mit einer von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Schmerzskala gemessen wird. Die Therapie orientiert sich wegen der Schwere der Schmerzen an den WHO-Empfehlungen für chronische Schmerzen in der Onkologie.

Dieses Vorgehen hilft nach Angaben von Lilie allen Patienten mit Akutschmerzen. Es werde zudem trotz mangelnder Datenlage von vielen Schmerztherapeuten auch zur Prävention von chronischen Schmerzen empfohlen, berichtet die Dermatologin.

Daher sollten Patienten mit akuten Zosterschmerzen und postherpetischen Neuralgien zusätzlich zur antiviralen Therapie analgetisch behandelt werden. Besonders bei Neuralgien mit brennenden, einschießenden Schmerzen, Allodynie und Hyperalgesie sind nach Angaben von Lilie Ko-Analgetika indiziert, die gegen neuropathische Schmerzen wirken. Bewährt haben sich dabei, so die Dermatologin, Amitryptilin und Gabapentin.

Eine neue Option bei Neuralgien nach einer Herpes-zoster-Infektion ist das jetzt eingeführte, dem Gabapentin verwandte Pregabalin (Lyrica®). Damit würden die Schmerzen bei zwei von drei Patienten klinisch relevant um über 30 Prozent verringert, hieß es bei der Einführungsveranstaltung.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »