Ärzte Zeitung, 03.11.2010

Kommentar

Infektionen sind's, nicht Impfungen

Von Michael Hubert

Guillain-Barré-Syndrom (GBS) wird meist gedanklich mit Impfungen verknüpft. Warum? Zum einen steht GBS in den Fachinfos unter UAW, zum anderen gibt es immer wieder Studien zum Zusammenhang von Impfungen und GBS.

Nun haben eine Reihe solcher Studien ergeben: Bei Geimpften ist die GBS-Rate nicht höher als bei Nicht-Geimpften. Ideologisch gefestigte Impfgegner ficht das nicht an. Die sagen: Bekommen Geimpfte GBS, war's die Impfung, bei Ungeimpften gibt's dann wohl 'ne andere Ursache.

Wenn aber die Mobilisierung des Immunsystems ein GBS triggern kann, muss das eine Infektionskrankheit erst recht tun. Forscher aus Taiwan haben jetzt nach dem Zusammenhang von Gürtelrose und GBS geschaut.

Das Ergebnis: Gürtelrose erhöht das GBS-Risiko fast um das 20-Fache. Diese Zahl kann man sich schon einmal merken für mögliche Diskussionen zum GBS, wenn der Zoster-Impfstoff auch in Europa auf den Markt kommt.

Und: Impfstoffhersteller sollten eine Art Fachinfo für Infektionserreger erstellen. Diese kann bei der Impfaufklärung dann der Fachinfo zum Impfstoff gegenübergestellt werden.

Lesen Sie dazu auch den Bericht:
Gürtelrose erhöht das GBS-Risiko um das 20-fache

[05.11.2010, 19:29:41]
Dipl.-Med Matthias Junk 
Risikobetrachtungsweisen in der Medizin
Schon lange - und bei diesem Beitrag erneut eruptiv - drängt sich mir als impfendem Kinderarzt die Frage auf, ob das allgemeine Beipackzettel-Denken und seine verbalen Ausformulierungen nicht geändert werden müßte: scheint nicht eher die Sachlage so zu sein, dass es auf Grund INDIVIDUELLER Besonderheiten Einzelner in der Gruppe der Gleichen zu deren INDIVIDUELLEN - wenn auch klassifizierbaren - unerwünschten und unerwarteten Reaktionen kommt, die für (fast) alle anderen Individuen der Kohorte nicht eintreten.
Mit den "Gleichen" ist jeweils eine bestimmt definierbare Kohorte gemeint: z.B. Alle mit aktivem Zoster / Alle, die ein erstes bzw. wiederholtes mal Erdnüssse essen / Alle, die bei gleicher Ausgangslage das x-te mal mit dem "Impfstoff XYZ" geimpft werden / Alle, die "ASS" x-mgDosis nehmen usw.
Nach diesem INDIVIDUELLEM im GLEICHEN Verteilungsmuster - oft durchaus schicksalhaft geprägt - geschieht jedem von uns fast alles Wesentliche im sogenannten Lebenslauf ! Mit der Geburt beginnt dieser Reigen bekanntlich: vor allem, ohne sich vorher per "Lebenslauf-Beipackzettel" dafür oder dagegen entscheiden zu können... (PS: das in´s Stammbuch aller "persönliche Freiheit Fanatiker" !!!)
Warum wird dann aber immer noch im Lebensbereich Medizin so unpersönlich gesprochen und gedacht: beim ZOSTER gibt es ein 20% höheres GBS-Risiko / ASS macht in soundsoviel Prozent Magen-Darm-NW / Impfung gegen XY hat in x-% die und die Nebenwirkung usw. ?
Dieses Denken und diese Formulierungen ("etwas macht" / im Gegensatz zu: "du könntest wegen deiner Individualität dabei aber auch noch folgendes erleben...") implizieren geradezu einen juristischen Anspruch, bei Schädigung durch diese oder jene "potenziell in x% gefährliche Noxe..." einen Schaden reklamieren zu können - und einen Prozeß mit einem potenziellen Streitwert von bis zu XY.000.000 $ ggf. erfolgreich führen zu können...
Ob da wohl wieder einmal ein "historisch gewachsenes juristisches Denken" (hgjD) Vorfahrt vor dem sogenannten "gesunden Menschenverstand"(gMS) errungen hat und sich schleichend-epidemisch in unser allgemeines Sozialbegriffs-Genom inscribiert hat?
Na dann prost Mahlzeit, denn dann sehe ich für den "gMS" schwarz: diese "hgjD"-Infektionen sind heimtückisch, chronisch, therapieresistent, lobbytroph und aggressiv egotrop, was deren Elimination erschwert bis unmöglich machen dürfte.
Denn: Dem "JuriNet" würden rostige Zeiten bevorstehen: wer würde wohl "im Schadensfall" gegen die eigene individuelle Veranlagung klagen wollen und können?
Na klar - wenn überhaupt - die US-Amerikaner ! Wie immer in puncto "Egotropie" in Koinfektion mit "judge-abusus" (Heisser Kaffee bei McDonalds / Hund in Mikrowelle trocknen usw.) als wiederholt mögliche "globale Infektionsquelle" .
Das aber wäre mal weltweit was zum Lachen - im Gegensatz zu manchen anderen bisherigen globalen Gaben von Uncle Sam...
Aber da wird das weltweit erfolgreich wachsende JuriNet sehr schnell Unterlassundsklagen anhängen. Und auch wieder - (wem sei Dank ? Amis,Moslems und andere Gläubige fragen!) - durchsetzen. Die hätten dabei als erste Kohorte eine erhebliche "bonusatrophische Deceleration" zu erwarten. Na, das wäre doch...
Und wie denken Sie selbst, liebe Kolleginnen und Kollegen, zum o.g. Haupt-Thema: das "historische Beipackzettel-Denken" (incl. -Sprachstil) ändern zum neuen und sachlich richtigerem "Individual-Risiko-Zettel"- Denken und -Sprechen ?
Ich wende mich hier an die Kohorte des "MediNet" - was das "JuriNet" dazu denkt, ist schon klar - außerdem steht das auch schon immer in den ganzen Schriftbergen, die sich aus der weltweiten Prozeß-Tektonik auf der Basis des klassischen "Beipackzettel-Denken" ergeben haben. zum Beitrag »

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