Ärzte Zeitung online, 05.10.2012
Masern
Kampagne für den Pieks
Von wegen Kinderkrankheit: Fast jeder fünfte Masern-Erkrankte ist über 20 Jahre alt. Das Problem: Viele nehmen die Erkrankung auf die leichte Schulter und lassen sich nicht impfen. Das will das BZgA mit einer neuen Kampagne jetzt ändern.
Von Anno Fricke

Masern-Impfung erfolgt: Viele junge Erwachsene wissen aber nicht, ob sie geimpft wurden, weil sie ihren Impfpass nicht mehr finden.
© Achim Scheidemann / dpa
BERLIN. 2011 meldeten sich die Masern mit Macht in Europa zurück. Rund 32.000 Fälle zählte die für Europa zuständige Sektion der Weltgesundheitsorganisation.
Deutschland zählte mit 1607 Fällen zu den am schlimmsten betroffenen Ländern, hinter Frankreich, Italien, Rumänien und Spanien.
Peinlich für Europa: Bis 2010 wollte man die Masern zwischen Portugal und Russland eigentlich ausgerottet haben.
Im Juni musste Deutschland musste eingestehen, das Ziel auch bis 2015 nicht zu
erreichen.
Die Masern lassen sich kaum noch als Kinderkrankheit beschreiben. Mehr als 500 der in Deutschland Erkrankten waren zwischen zehn und 19 Jahre alt, noch einmal mehr als 300 zwischen 20 und 39 Jahre alt. Diese Zahlen nennt das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin.
Besonders häufig traten die Masern nach RKI-Angaben in Schulen mit anthroposophischer Ausrichtung, Asylbewerberheimen und Krankenhäusern auf.
Tropenmediziner berichten, dass die Krankheit oft auch von Fernreisenden nach
Deutschland mitgebracht werde.
Neue Kampagne "Deutschland sucht den Impfpass"
Am Freitag hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) die Kampagne "Deutschland sucht den Impfpass" gestartet. Sie wendet sich an Jugendliche und junge Erwachsene, aber auch an Eltern mit kleinen Kindern. In dieser Gruppe bestehen breite Impflücken.
Mehr als 80 Prozent der nach 1970 geborenen Menschen in Deutschland wissen nicht, dass das Robert-Koch-Institut 2010 eine Impfempfehlung für sie ausgesprochen hat.
Viele Jugendliche und junge Erwachsene wissen nicht, wo ihr Impfpass liegt, in dem sie nachschauen könnten, ob sie überhaupt gegen Masern geimpft worden sind.
Die Ergebnisse dieser Umfrage zeigen auch, dass die Menschen die Bedeutung von Impfungen sehr unterschiedlich einschätzen. 96 Prozent halten die Impfung gegen Wundstarrkrampf für wichtig. Eine Impfung gegen Masern nehmen dagegen nur 67 Prozent ernst.
Außerdem halten rund 24 Prozent in dieser Altersgruppe Masern für nicht allzu schlimm. Dies geht aus einer aktuellen und repräsentativen Umfrage der BZgA hervor.
Hohe Impfraten erforderlich
"Angesichts der Zunahme von Masernfällen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist es wichtig, die Aufmerksamkeit für das Thema Impfschutz zu erhöhen", sagte BZgA-Chefin Professor Elisabeth Pott am Freitag bei der Vorstellung der Kampagne in Berlin.
Höhere Impfraten seien entscheidend, um Masernausbrüche zu verhindern.
Kinder in von den Kommunen getragenen Tagesstätten sollten Schutzimpfungen wie die gegen Masern nachweisen müssen.
Nur so seien Ausbrüche in solchen Gemeinschaftseinrichtungen zu vermeiden, empfiehlt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte.
Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Kleiner Schritt zum Masernschutz
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| [08.10.2012, 07:50:42] |
| Steffen Jurisch
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| Erst denken, dann schreiben...
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Ich muss immer wieder über solche Aktionen lächeln und staunen zugleich, mit welcher Vehemenz man immer und immer wieder versucht den Profit der Pharma-Industrie zu steigern… denn,
wenn die Impfung gegen Masern, und die anderen empfohlenen Schutzimpfungen, so wirksam wären, wie uns die Stiko und Ihre Ratgeber immer weiss machen wollen - warum hat man dann vor den paar Impfverweigerern solche Angst, dass diese eine der ach so schlimmen Krankheiten bekommen und dann eine Epidemie auslösen könnten? Die Menschen, welche sich vorschriftsmäßig haben impfen lassen, sollten doch geschützt sein und brauchen keine Angst vor Ansteckung zu haben. Den geimpften kann es doch egal sein, wenn ein nicht geimpfter krank wird (und komme mir da keiner mit dem Argument der hohen Krankheitskosten die die Gemeinheit dann zu tragen hat daher - die Spritze gegen die Folgen von Adipositas, Alkoholmissbrauch und so weiter gibt es noch nicht ) - sie könnten es doch ruhig aussitzen…
Oder stimmt das mit dem Impfschutz so wie man es der Allgemeinheit erzählt vielleicht gar nicht?
In Deutschland gibt es keine Impfpflicht und so sollte es auch bleiben, denn selbstbestimmte Menschen können allein entscheiden was gut und was weniger gut für sie ist.
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| [06.10.2012, 15:29:41] |
| Lukas Esch
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| Lösung denkbar einfach
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Allgemeine Impfpflicht einführen - und fertig ist die Laube!
Wer keinen Impfschutz vorweist kommt erst garnicht in den Kindergarten/Schule etc - die sonst so um Ihre persönliche Freiheit besorgen Amerikaner machen es seit Jahren vor...
Ich bin es wirklich langsam leid - Schüssler Salze und Namentanzen ist eine, der 10-jährige mit SSPE eine ganz andere Sache! zum Beitrag »
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