Ärzte Zeitung, 21.02.2013

Kommentar

Vorsicht starke Grippewelle!

Von Wolfgang Geissel

Die Grippewelle in Deutschland ist inzwischen zu einem der stärksten Ausbrüche im vergangenen Jahrzehnt angewachsen. Bei Patienten mit typischen Symptomen wie plötzlicher Krankheitsbeginn, Fieber, trockenem Husten und anderen Erkältungszeichen ist daher mit hoher Wahrscheinlichkeit von Influenza auszugehen.

Vorsicht ist geboten: Es handelt sich um eine potenziell tödliche Krankheit. Besonders in Risikogruppen ist eine Therapie mit einem Neuraminidasehemmer zu erwägen.

In Risikogruppen wie bei alten Menschen, chronisch Kranken, Schwangeren und Menschen mit erhöhter Ansteckungsgefahr kann zudem noch eine Impfung nachgeholt werden. Es muss aber unbedingt vermieden werden, dass sie sich dabei in der Praxis anstecken.

Eine Möglichkeit können hier spezielle Impfsprechstunden ausdrücklich für Patienten ohne Atemwegsinfektionen sein. Es braucht zehn bis 14 Tage, bis sich der Impfschutz aufbaut, die Grippewelle kann durchaus noch länger andauern.

Die zirkulierenden Viren werden zwar relativ gut durch den Impfstoff abgedeckt. Trotzdem ist die Schutzwirkung begrenzt: In Risikogruppen beträgt sie nach neuen Daten nur 50 Prozent. Patienten ist daher immer auch Hygiene zur Vermeidung von Infektionen einzuschärfen.

Lesen Sie dazu auch:
Influenza: Grippewelle ist im Süden angekommen

[21.02.2013, 10:37:36]
Wilfried Soddemann 
Influenzasaison 2012/2013 startete wie immer bei 7°C kaltem Trinkwasser
Die Influenzasaison 2012/2013 startete wie immer bei 7°C kaltem Trinkwasser - schon Mitte Dezember, 2 Wochen früher als sonst. Wird die Trinkwassertemperatur von 7°C überschritten, endet die Influenzasaison abrupt. Das Maximum der Influenzasaison wird Ende Februar/Anfang März erreicht, bei minimalen Trinkwassertemperaturen und nach dem Tauwetter. Wissenschaftlich unbestreitbar wird das H1N1 Schweinegrippevirus auch über Erbrochenes und Stuhl ausgeschieden. Damit ist der Übertragungsweg Abwasser – Gewässer – Leitungswasser grundsätzlich möglich. Infektionen durch Trinkwasser werden nicht allein durch das Trinken des Wassers übertragen. Weitere Übertragungswege sind das Einatmen von Aerosolen und der Kontakt mit dem Trinkwasser. Eintrittspforten beim Menschen sind die Augenbindehaut, die Nasenschleimhaut, die Mundschleimhaut und die Ohrtrommelfellmembran. Influenzaviren bleiben im kalten Wasser bei 7°C 12 Tage lang ansteckend. Das kalte Wasser wird erst am Wasserhahn mit dem Wasser aus der Warmwasserversorgung vermischt, so dass ansteckende Influenzaviren die Menschen so über das Trinkwasser erreichen können. Unsere Wasserwerke können Viren nicht abfiltern. Daher muss das Trinkwasser mit der Ultrafiltration, die die sehr kleinen Viren aus dem Wasser entfernen kann, für 50 Cent je Person und Monat gefiltert werden.

soddemann-aachen@t-online.de  zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »