Ärzte Zeitung, 23.02.2009

Auch in Südafrika kommt es zunehmend zu Cholera in Touristengebieten

Bei sicherem Trinkwasser ist das Risiko gering. Unter einfachen Bedingungen ist Impfung sinnvoll.

Von Privatdozent Tomas Jelinek

Infolge der nun schon seit mehreren Monaten um sich greifenden Cholera-Epidemie in Zimbabwe treten seit Ende letzten Jahres auch im angrenzenden Südafrika zunehmend Cholera-Erkrankungen auf. Hauptsächlich betroffen sind die nördlichen Provinzen Mpumalanga und Limpopo/ Northern Province. Auch in einigen anderen Regionen Südafrikas sind Cholera-Erkrankungen und -Todesfälle aufgetreten, wenn auch deutlich weniger.

In den betroffenen Gegenden liegen einige der häufig von Touristen besuchten Nationalparks, wie Krüger-, Umfolozi- und Hluhluwe-Nationalpark. Nichtsdestotrotz ist das Infektionsrisiko für organisiert Reisende mit Zugang zu sicherem Trinkwasser nach wie vor so gering, dass eine generelle Cholera-Impfung für den Besuch dieser Regionen von der WHO nicht empfohlen wird.

Bei Individualreisen unter sehr einfachen Bedingungen kann jedoch die Cholera-Impfung, die ja auch einen gewissen Schutz vor dem durch enterotoxische E.-coli-Bakterien verursachten Reisedurchfall bietet, durchaus sinnvoll sein. Die in Deutschland verfügbare Schluckimpfung bietet eine Schutzwirkung von 80 bis 90 Prozent bei Erwachsenen und Kindern über 6 Jahren nach der zweiten Impfung. Selbstverständlich sollten in jedem Fall die Grundsätze der Trinkwasser-Hygiene beachtet werden. Dringend anzuraten ist die Cholera-Impfung bei Reisen nach Zimbabwe und bei Personen, die im Rahmen von humanitären oder medizinischen Einsätzen in den betroffenen Regionen tätig werden und dadurch bedingt ein erhöhtes Infektionsrisiko haben.

Mehr Reisemedizinische Infos zu Südafrika: www.crm.de unter Reiseländer

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