Ärzte Zeitung, 11.02.2016

Norovirus

Patienten über Infektionsgefahr aufklären!

Noroviren haben im Winter Hochsaison. Patienten sollten über Hygienemaßnahmen informiert werden, um Infektionen zu vermeiden.

BERLIN. Fast die Hälfte der im vergangenen Jahr in Deutschland registrierten 89.000 Norovirus-Infektionen fiel auf die Monate Januar bis März. Dabei umfasst die Zahl nur Fälle, bei denen das Virus durch eine Laboruntersuchung nachgewiesen wurde.

 Die tatsächliche Fallzahl liegt um ein Vielfaches höher, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Der wirksamste Schutz besteht in häufigem und sorgfältigem Händewaschen, erinnert die DGVS.

Körper scheidet Viren noch bis zwei Wochen aus

Erkrankte sollten zudem zwei Tage über das Abklingen der Symptome hinaus zu Hause bleiben. "Wenn Erkrankte zu früh wieder in Kontakt mit anderen Menschen treten, besteht ansonsten das Risiko, dass sich die Noroviren weiter ausbreiten", wird Professor Andreas Stallmach, Uniklinikum Jena, zitiert.

Zudem gelte es, auch im Anschluss an eine Erkrankung auf Hygiene zu achten. "Der Körper scheidet die Viren noch über ein bis zwei Wochen aus", so der Experte.

"Kinder unter fünf und ältere Menschen über 70 Jahren erkranken nicht nur häufiger, sondern oft auch schwerer als andere Altersgruppen", betont Stallmach. Wenn Angehörige oder Pflegende feststellen, dass sich der Allgemeinzustand des Patienten verschlechtert, sollten sie medizinische Hilfe suchen.

Wichtig ist die Voranmeldung in der Klinik oder der Praxis. 2014 sei es laut Robert Koch-Institut in deutschen Kliniken zu 850 Norovirus-Ausbrüchen mit über 9000 Infektionen gekommen.

Der Experte erklärt, welche Möglichkeiten es gibt, sich vor den Viren zu schützen: "Das Wichtigste ist, sich möglichst von Erkrankten fern zu halten und separate Toiletten zu benutzen". Pflegende und Angehörige sollten beim Waschen von Kleidungsstücken oder beim Toilettenputzen Einmalhandschuhe nutzen.

Folgende Technik verhindert dabei, dass Erreger an die Hände gelangen: Zunächst zieht die eine Hand den Handschuh der anderen ab und hält diesen locker in der Hand. Dann krempelt die freie Hand vom Arm her vorsichtig den zweiten Handschuh über den ersten. Anschließend wandern beide in den Müll.

Da Noroviren gegenüber vielen Desinfektionsmitteln unempfindlich sind, bleiben sie auch nach sorgfältigem Putzen meist noch im Umlauf. Sie überstehen Temperaturen von minus 20 bis plus 60 Grad Celsius. "Wir hoffen sehr auf die Impfstoffe, die derzeit in der Entwicklung sind und die zum Teil bereits in klinischen Studien getestet werden", so DGVS-Experte Stallmach. (eb)

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