Sonntag, 12. Februar 2012
Ärzte Zeitung, 08.03.2010

Nachgefragt

"In unserem Kühlschrank liegen noch 400 Dosen "

"In unserem Kühlschrank liegen noch 400 Dosen "

© GSK, fotolia.com

Bei uns hat die Schweinegrippe anfangs für Verwirrung gesorgt: Als wir viel Impfstoff brauchten, haben wir nicht alles bekommen. Als er dann plötzlich ausreichend da war, riss das Interesse ab. Von einem auf den anderen Tag wollte keiner mehr geimpft werden - sehr irrational.

Die Aufteilung lief aber problemlos. Wenn vor Feierabend das letzte Fläschchen aufgebraucht war, haben wir die anderen Patienten für den nächsten Tag bestellt. Weil ich gutes Marketing gemacht habe, waren bis zu 100 Leute täglich da.

Noch habe ich etwa 400 Dosen im Kühlschrank liegen. Aber der Impfstoff ist ja bis weit über die nächste Saison haltbar.

Bei der nächsten Epidemie brauchen wir alle aber viel mehr Gelassenheit. Dass es den Impfstoff so schnell gab, ist eine großartige Leistung. Ich bekomme zwar keine Provision von der Pharmaindustrie, aber loben muss ich sie trotzdem.

Dr. Zlatko Prister, Allgemeinarzt aus Frankfurt am Main

Lesen Sie dazu auch:
Ernst oder harmlos? Daten zu Schweinegrippe lassen beide Schlüsse zu
Der Grippeimpfstoff wird zur Belastung der klammen Länderhaushalte
Adjuvantien sichern einen breiteren Impfschutz
Influenzasaison 2010/11 - wie sieht der Impfstoff aus?
Gesucht: geimpfte Schwangere
Normalzulassung für H1N1-Impfstoff

Nachgefragt:
"Für die Zukunft brauchen wir spezielle Impfärzte"
"Als Ärztin nehme ich diese Belastung gerne auf mich"
"Die Kommunikation seitens der Politik war katastrophal"

Lesen Sie dazu auch den Standpunkt:
Ist Schweinegrippe-Impfung verbranntes Geld?

| Share

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Neue Ära in der Schlaganfall-Therapie?

Ein neuartiges Therapieverfahren weckt große Hoffnungen bei der Behandlung von akutem Schlaganfall. Jetzt hat es sich in Studien und auch in der Praxis bewährt. Experten jubeln: Die neue Methode wird die Schlaganfall-Therapie grundsätzlich verändern! mehr »

112 - Heute ist Europäischer Notruf-Tag

Nur etwa jeder vierte Europäer kennt die EU-weite Notrufnummer 112. Das geht aus einer Umfrage hervor, die die EU-Kommission in Brüssel anlässlich des Europäischen Notruf-Tags vorgestellt hat. Die Notrufnummer 112 ist rund um die Uhr und kostenfrei in Europa erreichbar. mehr »

Streit um frühe Nutzenbewertung eskaliert

Der Verband forschender Arzneimittelhersteller (vfa) hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) scharf kritisiert. Das Institut missachte Standards der evidenzbasierten Medizin. Das IQWIG kontert: Die Vorwürfe sind unsachlich. mehr »