Ärzte Zeitung, 08.03.2010

Der Standpunkt

Schweinegrippe-Impfung - verbranntes Geld?

Von Michael Hubert

Ist H1N1-Impfung verbranntes Geld?

Dr. Michael Hubert, Ressort Medizin. © privat

"Eine Milliarde durch den Schornstein gepfiffen" äußert sich ein Medizinprofessor aus Münster im "Stern" zur Schweinegrippe. Er muss es wissen, gibt sein Lebenslauf auf der Uni-Homepage doch "Epidemiologie und Prävention der Herzkreislaufkrankheiten" als Forschungsschwerpunkt an.

Doch Häme beiseite: Eine ganze Armada selbst ernannter Experten hatte es schon früh gewusst: Die Schweinegrippe ist harmlos, eine Erfindung der Pharmaindustrie und der von ihr gekauften Behörden, und natürlich stammt der adjuvantierte Pandemie-Impfstoff direkt aus Lucifers Labor.

Dabei hatten wir diesmal einfach nur Glück. Die Erkrankungen verliefen viel milder als erwartet - das ist doch klasse. Die Welt war durch SARS gewarnt und durch H5N1 vorbereitet - super. Noch nie gab es so schnell einen schützenden Impfstoff - noch besser. Und das allerbeste: Dieser Schutz sollte (ohne Steuern) läppische 14 Euro pro Nase kosten. Knapp ein Drittel der deutschen Bevölkerung sollte den Schutz erhalten, 50 Millionen Impfdosen wurden geordert.

Dann stellte sich heraus: Ein Schuss reicht bereits für einen H1N1-Schutz. Doppelt so viele Menschen hätten geschützt werden können. Doch die "Experten" hatten medial vorgelegt. Es wurde fast ausschließlich über Impfrisiken berichtet. Lokalreaktionen mutierten zu gefährlichen Nebenwirkungen. Dass nicht nur Patienten unter diesem Dauerfeuer mürbe wurden und "Teufelszeug" folgerten, war absehbar - und vermutlich auch gewünscht.

Dabei war die knappe Milliarde Euro doch eigentlich ein Topinvestment. Die Gefahr durch die Pandemie ist real. Das Virus zirkuliert, es macht krank, es tötet - immer noch. Zu den "milden Verläufen": Berücksichtigt man das Alter der Erkrankten und der Gestorbenen - 241 Tote in Deutschland, 16 000 weltweit -, deren Arbeitsausfälle und deren verlorene Lebensjahre, die Schweinegrippewelle war zumindest in Australien eine der heftigsten Grippewellen der vergangenen Jahre.

Nebenbei bemerkt: Für die einmalig eine Milliarde Euro Pandemieschutz bekommt man beispielsweise ein Jahr ermäßigte Mehrwertsteuer für Hoteliers. Und bezahlt wird das jedes Jahr!

Schreiben Sie dem Autor: Michael.Hubert@springer.com

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Gesucht: geimpfte Schwangere
Normalzulassung für H1N1-Impfstoff

Nachgefragt:
"Für die Zukunft brauchen wir spezielle Impfärzte"
"In unserem Kühlschrank liegen noch 400 Dosen "
"Als Ärztin nehme ich diese Belastung gerne auf mich"
"Die Kommunikation seitens der Politik war katastrophal"

[18.03.2010, 10:50:55]
Dr. Michael Hubert 
Es gab eine beispiellose Panikmache seitens aller Medien
Mehrere Leser haben an den Autoren des Standpunkts „Schweinegrippe-Impfung – verbranntes Geld?“ geschrieben. Diese Leserzuschriften dokumentieren wir hier, zusammen mit kurzen Anmerkungen des Standpunktautoren.

Dr. Rolf Schmitt schreibt:

Prinzipiell warte ich schon seit längerem darauf, dass es ein Diskussionsforum zu dem ganzen Thema "Schweinegrippe" gibt, in dem ich als Arzt zum Abschluss der Grippesaison meine Meinung zu diesem Desaster loswerden kann, und ich hätte auch nichts dagegen, wenn mein Beitrag als allgemeiner Leserbrief in die Ärzte Zeitung aufgenommen würde.

Ich bin niedergelassener Allgemeinmediziner mit einem Praxisschwerpunkt Tropen-, Reise- und Impfmedizin, ich impfe also gewöhnlich überdurchschnittlich viel in meiner Praxis. Deswegen kann ich vielen Aspekten und Meinungsäußerungen in Ihrem Beitrag nicht beipflichten, möchten diesen sogar heftig widersprechen, weil ich eine oft völlig entgegengesetzte Wirklichkeit in meiner Praxis erlebt habe.

Ich habe nur wenig Verharmlosung erlebt, dafür aber eine beispiellose Panikmache seitens aller Medien, vieler sogenannter "Experten" aus Wissenschaft und Ärzteschaft und interessierter Kreise der Politik, die in ihren Impfaufrufen in manchmal schon rührend naiver Art auf die "weltumspannende Gefährlichkeit" der Erkrankung hinwiesen, um den Impfstoff an die Bürger zu bringen und "loszuwerden", nachdem rasch klar war, dass man auf Unmengen von Impfstoff sitzenbleiben würde, den man sich schon frühzeitig hat aufschwatzen lassen. Zu dem ganzen Thema empfehle ich Ihnen übrigens die Lektüre des Beitrages zu dem Thema im SPIEGEL von dieser Woche, der entlarvend ist.

Die Erkrankung wurde angesiedelt im Bereich von Lepra, Pest und Cholera, Horrorszenarien über Erkrankungs- und Todesfälle wurden an die Wand gemalt; es war die Zeit der Aktivisten und Wichtigtuer im Gesundheitswesen, die sonst an notorischen Minderwertigkeits- komplexen leiden, nun aber die Arztpraxen täglich mit Faxen und Mails zu dem Thema überschwemmten (Gesundheitsämter!).

Besonders in Schulen hatte diesbezüglich der Wahnsinn Methode. Direktoren veröffentlichten Pandemiepläne und jeder "quer sitzende Furz" wurde ungeprüft als positiver Schweinegrippefall dokumentiert; deswegen glaube ich auch in keiner Weise an die angeblich so hohe Zahl an Erkrankungen. Ich habe viele Beispiele erlebt, wo "ungehorsame" Schüler und Lehrer, die sich mit ihrem Schnüpfchen dennoch in die Schulen wagten, aufs Schlimmste als "unverantwortlich" angemacht wurden, denen mit disziplinarischen Konsequenzen gedroht wurde. Es hatte schon etwas von Hexenverfolgung und Stasiatmosphäre und das meine ich ganz im Ernst. Sie glauben nicht, wie schwierig es für mich und meine Praxis im November 2009 war, als Impfbefürworter eine zurückhaltende und ablehnende Haltung gegenüber der Schweinegrippe und der Impfung dagegen durchzuhalten. Und auch Sie sprechen in Ihrem Beitrag noch immer von der Gefährlichkeit der Erkrankung und einer drohenden Pandemie. Unglaublich! Vor wenigen Wochen wurde uns von "Experten" erneut eine Pandemiewelle angedroht... und wo ist sie denn? Auch diese ist wieder ausgeblieben. Ab Anfang Dezember fand der Begriff "Schweinegrippe" in Arztpraxen und der Öffentlichkeit schlagartig nicht mehr statt und konnte auch von interessierten Kreisen nicht mehr hysterisch hochgepuscht werden; nein, das stimmt nicht so ganz. In den diesjährigen Karnevalszügen fand das Thema noch einmal als „running gag“ Erwähnung, aber da waren medial schön längst wieder neue Säue durchs Dorf getrieben worden.

Ich kann also Ihrer Einschätzung überhaupt nicht zustimmen und kann mich angesichts der katastrophalen finanziellen Ausstattung unseres Gesundheitssystems über Ihre verharmlosende Einschätzung der Kosten der Impfung nur wundern. Da sind Zig-Millionen Euro verpulvert worden und diese verharmlosende, alberne Aufstellung der Kosten von 14 Euro pro Impfung und Bürger quittiere ich nur mit Kopfschütteln, auch angesichts der lächerlichen 30,- €, die ich als Arzt pro ganzem Quartal für einen Patienten bekomme !! Bei der H1N1-Impfung wurde massenhaft Geld zum Fenster heraus geworfen, das wir gerade im ambulanten Gesundheitswesen gut hätten gebrauchen können.

Ich frage mich, was in unserem hysterischen Land, wo offizielle Vertreter des Katastrophenschutzes beim ersten Schneefall zu Hamster- käufen aufrufen, passieren wird, wenn wirklich ernsthafte gesundheitliche Gefahren auf uns zukommen, wenn die Verantwortlichen und Meisten der Beteiligten bei so einer läppischen Erkrankung wie der Schweinegrippe (schon dieses bekloppte Wort!) die Nerven verlieren und derart versagen. Ich ahne Schreckliches. Und wenn dann Kommentatoren wie Sie, obwohl Sie es besser wissen müßten (?), einen derartigen Stuss in "abschliessenden Beiträgen" verzapfen, vor allem in Ihrer Schlussfolgerung, dann ist mir für die Zukunft nur noch bange. Lesen Sie doch bitte den SPIEGEL-Artikel, dann werden Sie feststellen, was Sie für einen faktisch einfach falschen Beitrag geschrieben haben z.B. über Australien. In diesem Fall wäre ich gerne Pole geworden. Welch grosses Glück, dass uns der ganze Zirkus in der nächsten Grippesaison deswegen erspart bleibt, weil in den nächsten Influenza-Impfstoff der gegen H1N1 integriert wird (PANDEMRIX kann man also wirklich in die Tonne hauen!), gerade von der WHO beschlossen, aber noch kaum der Öffentlichkeit bemerkt.


Hierzu Michael Hubert, Redakteur der „Ärzte Zeitung“:

In der Wahrnehmung "wie haben die Medien berichtet" scheint es eine starke subjektive Komponente zu geben. Denn ich habe dies ganz anders wahrgenommen - Panikmache nur am Anfang, dann eher abwiegeln. Insofern ist der Spiegelartikel eine gute Zusammenfassung der Berichterstattung.

Was mich stört: Es scheint unter deutschen Journalisten nur noch einen Nachrichtenfaktor zu geben, und der heißt Konflikt. Das war m.E. nicht nur bei der Schweinegrippe so. Ein Beispiel: Treffen sich Regierungsparteien zu einer Klausurtagung, fragen Journalisten nicht, was wurde besprochen, was vereinbart, welche Kompromisse gab es. Nein, gefragt wird "wer hat sich durchgesetzt". Die Einlagerung von Tamiflu in den Ländern wäre auch ein Beispiel, das ich in einer TV-Kritik aufgegriffen habe (www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/schweinegrippe/article/567231/plusminus-schweinegrippe-wenn-enthuellungszwang-langeweile-fuehrt.html).

Ansonsten wird auch mir Angst und Bange, wenn ich daran denke, was wäre gewesen wenn … .

Interessant für mich wäre auch: Warum wurde in Schweden ohne große Debatte, ohne Konflikte und Probleme weit über die Hälfte der Bevölkerung gegen H1N1 geimpft bzw. hat sich impfen lassen - selbst Schwangere. Ob das allerdings ein Feld für Naturwissenschaftler ist, wage ich zu bezweifeln.

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[18.03.2010, 10:47:38]
Dr. Michael Hubert 
Manko bei H1N1 ist das Fehlen von Antikörpertestungen
Mehrere Leser haben an den Autoren des Standpunkts „Schweinegrippe-Impfung – verbranntes Geld?“ geschrieben. Diese Leserzuschriften dokumentieren wir hier, zusammen mit kurzen Anmerkungen des Standpunktautoren.

Dr. Thomas G. Schätzler schreibt:

Bei der H1N1-Influenza sind alle Zeichen einer Staatspanik und -hysterie zu erkennen (wie bei SARS schon einmal durchgeprobt).

Durch Infektionen übertragbare, schwere Erkrankungen lassen sich ohne Grundlagenforschung in Epidemiologie, Infektiologie, Immunologie und Sozialwissenschaften nicht adäquat diagnostizieren, limitieren und therapieren.

Das größte Manko bei H1N1 ist das Fehlen von Antikörpertestungen zur Kontrolle von vorhandener Basisimmunität (Schutz Älterer durch die Influenza 1972) und protektiver Impfimmunität. Es ist einfach niederschmetternd, dass die Pilotstudie mit ca. 2.000 Freiwilligen an der Frankfurter Uni-Klinik plan-, konzeptionslos und frei von jeglicher wissenschaftlichen Hypothesenbildung im Sande verlaufen ist, da sie bis heute mangels Aussagekraft nicht mal ansatzweise publiziert wurde. Dass der (ehemalige) Chef des Paul-Ehrlich-Instituts in einer Fernsehsendung erstmal empfahl, man möge zur Prävention statt Mundschutz tragen eher "in den Ärmel husten", gehört zur professoralen Skurrilität. Aber wenn die Impfstoffhersteller bei einem Impfstoff gegen H1N1, wo man den Impferfolg immunologisch durch Antikörpertests gar nicht messen kann, erst 2 und dann 1 Impfung empfohlen haben, hilft das laute Pfeifen im Wald vielleicht auch gegen die "Pandemiepanik"!


Anbei noch eine Glosse, verpackt in ein Requiem.

Requiem** für die Schweinegrippe

Bedauerlicherweise hat sich auch in Expertenkreisen immer noch nicht der korrekte Umgang mit der Schweinegrippe/Neue Influenza/H1N1 herumgesprochen. Ziel einer jeden Pandemie-bekämpfung ist es, eine optimale Antikörperbildung in der Bevölkerung möglichst schnell zu induzieren.

Die nationale Impfkampagne hatte uns den wichtigen Effekt der Diversifizierung aufgezeigt: Durch den Einsatz möglichst vieler verschiedener Impfstoffe bzw. Adjuvanzien und die Ent-wicklung ständig wechselnder Hauptzielgruppen bzw. Impfstrategien wurde in der Bevölke- rung ein gesunder Wettbewerb geweckt, in kürzester Zeit den richtigen Impfstoff zu ergattern. Da Impfleistungen sich wieder lohnen sollten, war es völlig unnötig, einen allgemein zugäng-lichen Antikörpertest zur Kontrolle von Impferfolg und Immunität zu entwickeln. Dies hätte die pharmazeutische Industrie lästig behindert und internationale Absatzmärkte einbrechen lassen.

Schwangere und Babys mit ihren besorgten Eltern wurden besonders besänftigt, da der für sie mögliche adjuvans-freie Impfstoff zunächst ausschließlich Bundespolitikern, -Beamten und dem Militär zur Verfügung gestellt wurde. Letztere bedauernswerte Bevölkerungsgruppe war seit dem Ende des Kalten Krieges z. T. stark dezimiert, so dass ihr Fortpflanzungs- und Überlebenswunsch nicht nur unterstützt, sondern geradezu verfassungsrechtlich geboten erschien. Auch die ökologische Komponente durfte nicht vergessen werden. Der Impfstoff konnte in Berlin zentral gelagert und verspritzt werden, ohne lange Transportwege mit Diesel–Transportern ohne FAP-Filter. Die bei der Impfstoffherstellung anfallende CO2 Menge wurde so kyotoweise reduziert. Die Kühlkette für den Baxter-Impfstoff wurde nicht unterbrochen, da die Verantwortlichen bei dieser Pandemie einen kühlen Kopf behielten.

Jetzt soll allerdings nicht nur über verschiedene Impfstoffe, Adjuvanzien, Impfkampagnen und Zielgruppenverwirrungen bei der Priorisierung von Pandemieabwehrmaßnahmen lamentiert werden. Wo bleibst schließlich das Positive? In Deutschland gibt es, unterstützt durch die Behörden, eine jahrhundertelange Tradition, mit der wir mit Pest, Pocken, Cholera, Typhus, TBC, Polio und saisonaler Influenza fertig geworden sind.

Pünktlich zur Adventszeit begannen in der Hochzeit der H1N1-Pandemie die originellen Weihnachtsmärkte mit kleinen Holzbuden und Riesentannen. Die Menschen standen zusammen und trotzten der Pandemie mit Glühwein trinken aus so flott gespülten Bechern, dass der Lippenstift der Vorgängerin noch erkennbar blieb. Wie positiv, wenn vorher distanziert gehemmte Leute miteinander Brüderschaft tranken. Da teilte man solidarisch die Last der H1N1-Pandemie. Aber auch Enteroviren machten die Runde und Campylobacter bzw. Yersinien feierten mit. Meningokokken trafen sich verschämt mit betahämolysierenden Streptokokken. Massenweise Kolibakterien fanden ihr persönliches stilles Örtchen, die bei solchen Events immer am falschen Platz und in zu geringer Anzahl stehen (Prinz Ernst August von Hannover läßt grüßen). Damit leisteten Wir, das Volk, einen entscheidenden Beitrag zur Abhärtung, zur schnelleren Umsetzung der Pandemiepläne und zur Arbeits-platzsicherung von Ärztinnen und Ärzten in diesem unserem Lande.

Davor wurde die Bevölkerung behördlich gefordert, in dem vor der Adventszeit noch Erntedankfeste, Herbst- und Handwerkermärkte stattfanden. Das Münchner Oktoberfest im September letzten Jahres und die Cranger Kirmes des Ruhrgebiets vom August 2009 wurden gut angenommen. Die Abstände zwischen den Ständen sollten mit aufgeklapptem Vordach unter Notarzt- und Rettungswagenbreite liegen, um das historische Verständnis für die Breite von alten Leiterwagen in der bäuerlichen Kulturlandschaft zu wecken. Die Übertragungswege für Erreger aller Art sollten keine großen Lücken zeigen und bei Hochbetrieb nicht den Ein-druck gähnender Leere entstehen lassen.

Zum Schluss darf der Beitrag der Kinder nicht vergessen werden. In den ersten Lebensmo-naten sind ein Schnullertausch und das Nuckeln an vielen Gegenständen sinnvoll. So wird Immunkompetenz erworben und Atopien bzw. Asthma bronchiale vorgebeugt. In Kinder-gärten wird dies weitergeführt, wenn fiebernde, mit symptomatischen Medikamenten bzw. Antibiotika versorgte Kinder den Kontakt zu ihrer Bezugsgruppe nicht verlieren. In Pande-miezeiten ist der Schwimmunterricht in den Schulen extrem wichtig. Kinder, die eine Pande-mie überstanden haben, sollen doch nicht später durch Ertrinken zu Schaden kommen. Das gemeinsame Duschen fördert über Aerosole ausgetauschte Immunisierungen. Die aggressive Fußdesinfektion öffnet ungeahnte Hautspalten für das Eindringen von Mikroorganismen. Das Schwimmen im chlorierten Hallenbadwasser gewährt dann Abkühlung bei körperlicher Ver-ausgabung. Beim abschließenden Haare föhnen können selbst die armseligsten Viren aufge-päppelt und zu voller Infektiosität reanimiert werden, um bei der Busheimfahrt neue Wirte zu finden. Im späteren Leben der Jugendlichen finden sich in Schulaulen, bei Sportfesten, in Diskos, Konzerten, überfüllten Hörsälen und stickigen Ausbildungszentren noch genügend weitere Gelegenheiten, in das Pandemiegeschehen positiv einzugreifen.

So findet sich traditionelles Brauchtum, überlieferte Verhaltensweisen, wissenschaftliche Analysen, Forschung, Diagnostik, Therapie und Prävention vereint, so wächst zusammen, was zusammengehört.

** Ganz im Ernst: Den an der H1N1-Influenza verstorbenen Menschen mit allem Respekt gewidmet.


Hierzu Michael Hubert, Redakteur der „Ärzte Zeitung“:
Zum Thema Antikörpertestungen: Die Frage "warum so wenig Senioren" finde ich hoch spannend. Erste Erklärungsansätze haben die CDC schon im Juni geliefert: a) weniger soziale Kontakte und eingeschränkte Mobilität könnten die "Chance zur Ansteckung" mindern, b) es ist eine Rest-/Kreuzimmunität vorhanden. Zu Punkt b) gab es eine kleine (US-) Studie mit eingelagerten Seren. Wenn ich mich recht erinnere lag der Anteil von Proben mit kreuzreagierenden Antikörpern bei über 65-Jährigen bei nur 7%. Hier erwarte ich in den kommenden Monaten weitere Studiendaten, hoffentlich auch aus Deutschland. Mal sehen, wie hoch der Anteil kreuzreagierender Seren dann wirklich ist.
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[18.03.2010, 10:43:27]
Dr. Michael Hubert 
Hatten wir wirklich nur Glück?
Mehrere Leser haben an den Autoren des Standpunkts „Schweinegrippe-Impfung – verbranntes Geld?“ geschrieben. Diese Leserzuschriften dokumentieren wir hier.


Bernd-Olaf Fiebrandt schreibt:

Von Anfang an war ich bei diesem Thema voll dabei, denn ich war eigentlich schon mitten drin! Deshalb weil ich schon seit der Vogelgrippe nach den wissenschaftlichen Ursachen suche. Die "Ursache Pharmaindustrie" ist ja bekannt und offensichtlich wenn auch immer wieder verdreht dargestellt. Aber wie steht es mit den wissenschaftlichen Belegen?

Sie schrieben: "Dabei hatten wir diesmal einfach nur Glück." Ist es das wirklich? Welches Glück denn? Die mild verlaufene Grippewelle? Oder die Vorbereitung durch andere Krankheiten? Sie schreiben weiter: "Noch nie gab es so schnell einen schützenden Impfstoff - noch besser."

Da muss ich mich immer noch (seit H5N1) begründet fragen: Vor was hätte dieser Impfstoff mich denn schützen sollen? Dumme Frage?! Nein, denn bis heute gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis eines Virus der H1N1 genannt wird und der krank macht! Weder die WHO noch das CDC hat diesen Nachweis vorgelegt. Der Virus wurde einfach behauptet ohne die Isolation, die genetische Codierung, entsprechende Fotos usw. vorzulegen. Bei ehrlicher Wissenschaft gehört natürlich die Bestätigung von mindestens drei unabhängigen Wissenschaftlern dazu. Wo ist dies alles eigentlich? Auch bei H5N1 (Vogelgrippe) habe ich danach gefragt. Nicht ein Beweis ist vorgelegen sondern nur Behauptungen.

Haben Sie vielleicht den Beweis gesehen und ich ihn übersehen? Dann können sie ihn mir sicher zur Verfügung stellen oder den Hinweis geben wo diese Entdeckungen publiziert worden sind.

Die Impfrisiken sind anscheinend nicht gering, wenn man die Veröffentlichung des RKI betrachtet. Auch kommen momentan immer mehr Meldungen über die Folgeschäden. Wundern tut es mich nicht, denn gegenüber der Zulassung hatte der tatsächliche Impfstoff das 5-fache an Quecksilber und die Patentschrift zeigt das man künstliche Nanopartikel verimpfte. Das bedeutet noch viele unbekannte Risiken wenn man sogenannte Schutzimpfungen mit "heißer Nadel" schnell erzeugt, für Viren die noch nie nachgewiesen wurden. Alle bisherigen nachweise sind indirekt und müssten an der seriösen Entdeckung des Virus geeicht worden sein. Auch dieser Nachweis fehlt.

Oder habe ich wissenschaftlich unrecht? Dann erwarte ich doch eine gute, sachliche und wissenschaftlich fundierte Antwort.
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[08.03.2010, 16:36:05]
Maximilian Micka 
Völlig richtig!
Es kann nicht angehen, daß in der Öffentlichkeit derart gegen strukturierte Gesundheitsvorsorge vorgegangen wird. Dies hat nichts mehr mit objektiver Meinungsbildung zu tun. Nachdem sich heutzutage Impfgegner mit Wünschelrutengängern, Pendlern und sonstigen Scharlatanen auf eine Stufe stellen, hätten sich ohne weiteres auch unsere "Profis" professionell verhalten können und eine einheitliche Linie vertreten dürfen. Stattdessen wurden Neid, Angst und Paranoia geschürt. Vielen Dank auch! Wir Hausärzte durften es ausbaden!

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