Ärzte Zeitung, 26.04.2005

Risiko-Gebiete für FSME ausgeweitet

Neuer RKI-Bericht / 90 Städte und Landkreise als Risiko-Gebiete ausgewiesen

BERLIN (dpa/ug). Das Risiko, sich in Deutschland mit FSME zu infizieren, ist gestiegen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der als Risiko-Regionen eingestuften Städte und Landkreise um sieben auf 90 erhöht. Das geht aus dem aktuellen "Epidemiologischen Bulletin" des RKI hervor.

Die Zahl der gemeldeten FSME-Infektionen ist 2004 leicht gesunken: auf 274. 2003 war ein Rekord von 276 Infizierten registriert worden.

    274 FSME-Infektionen sind 2004 dem RKI gemeldet worden.
   

Bei 254 der im letzten Jahr gemeldeten FSME-Patienten habe der Infektionsort genau zugeordnet werden können, so das RKI: Fast 90 Prozent der Infektionen traten in Baden-Württemberg (48 Prozent) und Bayern (39 Prozent) auf, wo auch 81 der FSME-Risikokreise liegen.

Neun Prozent entfielen auf Hessen. Erstmals hatte sich in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt jeweils ein Mensch angesteckt. Die anderen Infektionen waren in Österreich, der Tschechischen Republik, Dänemark, Polen, der Schweiz und Weißrußland erworben.

Neu auf der Liste der FSME-Risikokreise sind in Bayern Neu-Ulm, Schweinfurt, Wunsiedel im Fichtelgebirge, Amberg, Schwabach und Würzburg. Gestrichen wurde der Landkreis Neuburg-Schrobenhausen, wo sich seit 1995 niemand mehr infiziert hat. In Baden-Württemberg ist Heidelberg und in Hessen der Landkreis Offenbach hinzugekommen.

Die neu ausgewiesenen Kreise grenzten fast alle an bekannte Risikogebiete, heißt es im RKI-Bericht. Die Daten bestätigten erneut, daß es im Süden Deutschlands größere, weitgehend zusammenhängende FSME-Naturherde gebe.

Man müsse davon ausgehen, daß es in ganz Bayern ein FSME-Risiko gebe, auch wenn nicht alle Landkreise als Risikogebiete ausgewiesen seien, so Privatdozent Jochen Süss vom Nationalen Referenzlabor für durch Zecken übertragene Krankheiten in Jena. Die übrigen Kreise mit FSME-Risiko liegen in Thüringen und Rheinland-Pfalz.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Epidemiologische Kaffeesatzleserei?

Verursacht oder verhindert der Konsum von Kaffee Krankheiten? Die Klärung solcher Fragen zur Ernährung ist methodisch ein richtiges Problem. mehr »

Trotz Budgetierung gute Chancen auf Mehrumsatz

Seit vier Jahren steht das hausärztliche Gespräch als eigene Leistung im EBM (03230) . Immer wieder ist daran herumgeschraubt worden. mehr »

Erstmals bekommt ein Kind zwei Hände verpflanzt

Ein achtjähriger Junge mit einer tragischen Krankheitsgeschichte bekommt zwei neue Hände. Die Op ist ein voller Erfolg: Anderthalb Jahre später kann er schreiben, essen und sich selbstständig anziehen. mehr »