Sport in Maßen - das tut vielen Krebspatienten gut

BERLIN (ner). "Schonen Sie sich", hieß es noch vor wenigen Jahren zu Krebspatienten, bloß kein Sport. Heute dagegen wird ihnen körperliche Aktivität von Sportmedizinern ausdrücklich empfohlen. Die Ergebnisse kontrollierter Studien und auch die Erfolge von Sportlern wie Lance Armstrong, die nach einer Krebserkrankung weiter Hochleistungssport betreiben, haben zu einem Umdenken geführt.

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So lassen epidemiologische Studien vermuten, daß regelmäßiger Sport die Inzidenz von Kolon- und Mammakarzinomen reduziert. Ob Sport prognostisch günstig ist, wenn bereits eine Krebserkrankung vorliegt, ist jedoch ungeklärt. Unklar ist auch, ob körperliche Aktivität das gesamte Krebsrisiko senkt. Denn es gibt auch Studien, in denen ein Zusammenhang zwischen vermehrter körperlicher Aktivität und Ovarialkarzinomen und Hodentumoren festgestellt wurde.

Allerdings lasse sich mit einer Bewegungstherapie der körperliche und psychische Zustand von Krebspatienten deutlich verbessern, so Dr. Fernando Dimeo vom Institut für Sportmedizin der Charité Berlin in der "Deutschen Zeitschrift für Sportmedizin" (4, 2004, 106). Dimeo empfiehlt daher Ausdauer- und Krafttrainingsprogramme während und nach der Therapie.

      Ein Tag Ruhe nach Bestrahlung oder Chemotherapie ist ratsam.
   

Sport, so Dimeo, beeinflusse die Produktion von Hormonen und Wachstumsfaktoren sowie das Immunsystem und den Stoffwechsel in vielfältiger Weise. Nach derzeitigem Kenntnisstand könne körperliches Training dann empfohlen werden, wenn nicht gleichzeitig chronische Erkrankungen vorliegen wie instabile Angina pectoris, ein schlecht eingestellter Hypertonus oder ein Diabetes.

Werden potenziell kardio- und nephrotoxische Substanzen verabreicht, ist bis 24 Stunden nach der Therapie Schonung empfehlenswert. Das gilt auch nach einer mediastinalen oder Ganzkörperbestrahlung. Bei einer Thrombozytopenie mit weniger als 20.000 Plättchen pro Mikroliter Blut ist Sport kontraindiziert.

Ansonsten können Patienten an behandlungsfreien Tagen trainieren oder etwa, wenn nur kleine Körperareale bestrahlt werden. Am besten sei ein tägliches Ausdauertraining oder ein Krafttraining alle zwei Tage, so Dimeo. Selbst eine Leuko- oder Neutropenie stelle keine Kontraindikation dar, wenn Vorsichtsmaßnahmen wie Mundschutz und Händedesinfektion eingehalten werden.

Zu dem Thema haben die Deutsche und die Hessische Krebsgesellschaft die Broschüre "Sport und Krebs" herausgegeben. Sie kann bestellt werden unter service@krebsgesellschaft.de oder heruntergeladen werden unter der Adresse www.krebsgesellschaft.de.

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