Ärzte Zeitung, 22.11.2004

Bortezomib - auch Option für ältere Myelom-Kranke

MÜNCHEN (sto). Viele Patienten mit multiplem Myelom haben noch andere Erkrankungen, die die Therapiemöglichkeiten begrenzen. Mit Bortezomib steht nun ein Zytostatikum zur Verfügung, das auch bei älteren und bei zuvor bereits intensiv behandelten Patienten mit Multiplem Myelom effektiv ist.

Bortezomib (Velcade®) ist ein Proteasom-Hemmer, der bei Patienten mit rezidiviertem und refraktärem multiplem Myelom, wie berichtet, bereits zu sehr guten Ergebnissen geführt hat. Proteasome sind wichtige Abbauorte für Proteine im Zellinnern. Ein Ansprechen auf die Therapie, das offenbar unabhängig ist von einer vorherigen Therapie, sei schnell erkennbar, berichtete Professor Wolfgang Knauf aus Frankfurt / Main beim Onkologenkongreß in Innsbruck.

Bortezomib werde gut vertragen. Somit könne die gesamte Therapie ambulant erfolgen, so Knauf, der in einer onkologischen Schwerpunktpraxis arbeitet, bei einem Symposium von Ortho-Biotech.

Patienten mit multiplem Myelom sind zum Zeitpunkt der Diagnose durchschnittlich etwa 63 Jahre alt. Daraus ergäben sich für die Therapie Schwierigkeiten. Denn eigentlich sollten die Patienten eine Hochdosistherapie bekommen, so der Onkologe. Eine konventionelle Chemotherapie, gefolgt von der Hochdosistherapie mit Stammzelltransplantation, sei aber nur bei Patienten indiziert, die jünger als 65 Jahre sind. Für ältere Patienten sei dieses Therapieschema noch nicht allgemein etabliert.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Adiopositas-Op nötig, aber Kasse will nicht zahlen

Wenn der Antrag eines Adipositas-Patienten auf eine bariatrische Operation abgelehnt wird, bringt das Ärzte in eine schwierige Situation. Denn oft verschlechtert sich der Zustand des Betroffenen. mehr »

9 wichtige Forderungen, Analysen, Informationen

Fleißige Delegierte: In Freiburg wurde wieder eine große Palette an Themen abgearbeitet. mehr »

Immer mehr Nichtraucher erkranken an Lungenkrebs

In US-Kliniken tauchen immer häufiger Nichtraucher mit Lungenkrebs auf, vor allem Frauen sind betroffen. Das könnte am Passivrauchen liegen. mehr »