Ärzte Zeitung, 01.11.2010

Pankreaskarzinom entwickelt sich nur sehr langsam

CAMBRIDGE (ple). Das Pankreaskarzinom entwickelt sich offenbar viel langsamer als bisher vermutet, wie aktuelle molekulargenetische Analysen britischer und US-amerikanischer Wissenschaftler bestätigen.

Von der ersten tumorauslösenden Mutation dauert es mindestens eine Dekade, bis Tochterkrebszellen entstehen. Dann vergehen weitere mindestens fünf Jahre, bis die Tumorzellen die Fähigkeit erlangen zu metastasieren - wiederum möglicherweise ausgelöst durch genetische Mutationen. Haben sich schließlich Fernmetastasen gebildet, sterben die Patienten meist innerhalb der folgenden drei Jahre (Nature 2010; 467: 1109 und 1114).

Weil die Karzinomentstehung in der Anfangsphase so lange braucht, ist hier die Chance am größten, erfolgreich therapeutisch einzugreifen - noch lange bevor sich Krebszellen in anderen Organen ansiedeln, wie Dr. E. Georg Luebeck vom Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle in seinem Kommentar zu zwei Studien betont (Nature 2010; 467: 1053).7

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Was schützt wirklich vor der prallen Sonne?

Auch beim Sonnenschutz setzen immer mehr Menschen auf Naturprodukte. Forscher haben die Schutzwirkung von Samen und Ölen untersucht - mit zwiegespaltenem Ergebnis. mehr »

"Abwarten und Teetrinken geht nicht mehr"

Unser London-Korrespondent Arndt Striegler beobachtet die Brexit-Verhandlungen hautnah - und ist verwundert über die May-Regierung, während die Ärzte immer mehr in Panik verfallen. mehr »

Pflege bleibt Problembereich

Der Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen ist 2016 drastisch zurückgegangen. Die erweiterten Kontrolloptionen der Leistungsträger müssen aber erst noch Wirkung zeigen. mehr »