Ärzte Zeitung, 11.12.2009

Faszinierender Blick in den Mikrokosmos der Lunge

Elektronenmikroskope erlauben die zigtausendfache Vergrößerung der Bilder von Lungenzellen - allerdings mit einem hohen Aufwand bei der Herstellung der Präparate.

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Adenokarzinomzelle (6000-fach vergrößert), die sich gerade teilt. Zwei identische Krebszellen entstehen.

Fotos (7): Lilly Deutschland

Von Beate Grübler

Der Wissenschaftsfotograf Oliver Meckes hat im Auftrag des Unternehmens Lilly faszinierende Fotos von der Lunge gemacht - in bis zu 14 000-facher Vergrößerung lassen sich selbst Zellteilung und Zelltod im Detail betrachten. Die Bilderserie, die vor Kurzem bei Lilly Deutschland in Bad Homburg erstmals zu sehen war, zeigt nicht nur das gesunde Lungengewebe, sondern auch dessen Zerstörung durch Adenokarzinome.

Die Mikrofotografie von Zellen und Gewebe ist technisch sehr anspruchsvoll. Die Präparate sind nur wenige Millimeter groß. Um Zellkomponenten wie Kohlenhydrate, Lipide und Eiweißmoleküle räumlich zu stabilisieren, wird das Gewebe zunächst chemisch fixiert. Zum Entwässern wird es in Alkohol gelegt. In einer Druckkammer wird der Alkohol durch flüssiges Kohlendioxid ersetzt und dieses dann erhitzt. Das entstehende Gas wird schließlich langsam entfernt und das Gewebe dadurch getrocknet.

Im letzten Schritt wird das Gewebe schließlich im Vakuum mit Gold bedampft und kann nun im Rasterelektronenmikroskop untersucht und fotografiert werden. Die in diesem Mikroskop von der Gewebeoberfläche emittierten Elektronen werden gemessen und als Bilddateien in Grautönen gespeichert. Die Kolorierung am Computer erleichtert die Zuordnung der Zelltypen und verleiht den Bildern einen künstlerischen Ausdruck.

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Adenokarzinom der Lunge bei 1500-facher Vergrößerung. Die prallen, mit kurzen Zilien besetzten Zellen sind Adenokarzinomzellen, die in die Alveolen einwachsen.

Fotos (7): Lilly Deutschland

Diese Adenokarzinome machen 30 bis 50 Prozent der nichtkleinzelligen Lungenkarzinome aus. Sie werden häufig erst in fortgeschrittenen Stadien diagnostiziert.

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