Ärzte Zeitung, 20.06.2006

Chemotherapie mit Pause punktet bei Darmkrebs

Studien zu Oxaliplatin

BERLIN (gvg). Eine Oxaliplatin-basierte Chemotherapie nach dem FOLFOX4-Schema muß bei Patienten mit metastasiertem Kolonkarzinom nicht fortgeführt werden, bis ein Rezidiv auftritt. Wird eine Pause gemacht, kann die gleiche Wirksamkeit wie mit einer Therapie ohne Pause erreicht werden.

Darauf wies Dr. Dirk Arnold von der Uni Halle in Berlin hin. Bei einer von Sanofi-Aventis unterstützten Veranstaltung wurden Neuheiten vom US-amerikanischen Krebs-Kongreß ASCO vorgestellt. Oxaliplatin (Eloxatin®) gelte als ein Standardpräparat für die Kombitherapie beim metastasierten Kolon-Ca, so Arnold. Es komme aber bei längerfristiger Therapie zu Neurotoxizität, was den Einsatz früher oder später unmöglich mache.

Zwei Studien bieten Ansätze zur Veränderung des Schemas

Wie dieses Problem umgangen werden kann, belegen die Studien OPTIMOX1 und OPTIMOX2. Die erste wurde im "Journal of Clinical Oncology" veröffentlicht. Die zweite wurde beim ASCO vorgestellt. In der ersten Studie mit 620 Patienten wurde belegt, daß es möglich ist, die dauerhafte Therapie nach dem FOLFOX4-Schema zu modifizieren.

Bei diesem Schema werden Oxaliplatin, Leukovorin und 5-FU alle zwei Wochen bis zum Auftreten eines Rezidivs appliziert. Das Schema kann ersetzt werden durch eine intensivere FOLFOX-Behandlung über nur sechs Zyklen. Danach folgte eine Erhaltungstherapie aus 5-FU und Leukovorin. Erst wenn ein Rezidiv auftrat, kam wieder Oxaliplatin zum Einsatz.

Studie stützt das Konzept der Therapiepausen

"Die OPTIMOX2-Studie hat ergeben, daß auf die Erhaltungstherapie verzichtet werden kann", so Arnold. Bei OPTIMOX2 wurde nur eine intensive FOLFOX-Therapie - als FOLFOX7 bezeichnet - über sechs Zyklen verwendet und gewartet, bis der Tumor wieder die alte Größe hatte. Dann wurde erneut nach dem FOLFOX7-Schema mit Oxaliplatin therapiert. "Die Zeit, in der die Erkrankung kontrolliert blieb, unterschied sich mit je zwölf Monaten bei den Schemata nicht", so Arnold.

Auch am medianen Überleben von 20 Monaten änderte sich nichts, wenn Oxaliplatin ausgesetzt wurde. Es gab aber weniger unerwünschte Wirkungen: Vor allem die Rate der Neurotoxizität vom Grad 3 (von vier Schweregraden) wurde verringert, von 20 Prozent bei Dauertherapie auf sechs bis sieben Prozent bei Pausen.

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