Colitis ulcerosa / Morbus Crohn

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Ärzte Zeitung, 28.09.2007

CED-THERAPIE

Bei CED hängt Therapie von Schwere und Befall ab

Zwei Drittel aller Patienten mit Colitis ulcerosa werden von Allgemeinmedizinern und Internisten behandelt

Bei CED richtet sich die Therapie nach der Schubschwere und der Ausdehnung. Bei distaler CU ist topische 5-Aminosalizylsäure erste Wahl. Haben Patienten mit M. Crohn einen isolierten Ileozäkalbefall, wird oft Budesonid empfohlen.

Mit einer Koloskopie werden bei Patienten mit chronisch-entzündlicher Darmkrankheit das Ausmaß des Befalls und die Schwere der Entzündungen festgestellt - wichtig für die Therapie. Foto: Klaro

Zwei von drei Patienten mit Colitis ulcerosa (CU) werden von niedergelassenen Allgemeinärzten und Internisten betreut. Zwei Drittel aller CU-Patienten haben eine distale Colitis.

Bei distaler, leicht bis mäßig ausgeprägter CU ist 5-Aminosalizylsäure (5-ASA, Mesalazin) erste Wahl. Zur topischen Therapie gibt es Suppositorien, Klysmen und Schäume. Suppositorien werden bei isolierter Proktitis angewandt, etwa täglich dreimal 400 mg oder täglich zweimal 1 g.

Bei Befall auch des linksseitigen Kolons eignen sich 5-ASA-Präparate als Klysma oder Schaum zur Therapie, mindestens 1 g 5-ASA täglich. Viele Patienten bevorzugen Schaum, weil er einfacher einzuhalten ist. Seit Jahren ist Claversal® Rektalschaum bewährt. Salofalk® 1g Rektalschaum, ein kleinvolumiger Schaum, enthält 1 g Mesalazin pro Hub. Gegebenenfalls wird die lolake Therapie zusätzlich mit 5-ASA oral kombiniert.

Mit ein paar Fragen, etwa nach Stuhlfrequenz und sichtbarem Blut im Stuhl sowie mit ein paar Laborparametern ist die Schubschwere bei CU gut einschätzbar.

Eine andere Option sind topische Kortikoide, etwa als Klysma (Entocort® rektal; Betnesol®), oder als Schaum (Colifoam® Rektalschaum; Budenofalk® Rektalschaum). Sie werden etwa zusätzlich zur 5-ASA-Therapie empfohlen, wenn mit der Monotherapie kein ausreichender Erfolg zu erzielen ist. Üblich etwa sind 2 mg Budesonid täglich, für mindestens vier Wochen.

Bei schweren Schüben wird primär topisches 5-ASA mit Steroiden per os (Prednisolon-Dosierungen zwischen 40 und 60 mg) kombiniert. Kommt es nicht zur Remission, sollte die Steroiddosis gesteigert oder i.v. verabreicht werden. Infliximab (Remicade®) ist eine Option bei mittelschwerer bis schwerer CU, wenn Patienten auf konventionelle Therapien nicht gut ansprechen.

Therapie-Optionen bei Morbus Crohn

Ist bei M. Crohn nur die Ileozäkalregion befallen, wird topisches Budesonid (Budenofalk® 3mg, Entocort® Kapseln) bevorzugt. Die übliche Tagesdosis sind 9 mg Budesonid.

Kommen Patienten mit der topischen Therapie nicht in Remission, werden Steroide systemisch verabreicht. Üblich sind bis zu 1 mg / kg KG Prednisolonäquivalent täglich. Sobald eine Remission erreicht ist, sollte die Dosis rasch reduziert werden. Spezialisten weisen darauf hin, dass eine Langzeittherapie wegen der unerwünschten Kortikoideffekte vermieden werden sollte.

Sind auch Rektum oder Sigmoid befallen, werden zusätzlich zu topischem Budesonid steroidhaltige Klysmen, Rektalschaum oder Suppositorien angewandt. Bei Befall des Kolons ist Sulfasalazin eine Option. Zugelassen bei M. Crohn sind Azulfidine® und Colo-Pleon® .

Sprechen Patienten nicht auf eine Kortikoidtherapie an, erhalten sie Azathioprin (etwa Azafalk®, Imurek®, Zytrim®). Die übliche Tagesdosis liegt bei 2,5 mg / kg Körpergewicht. Die Therapie-Effekte treten erst nach etwa zwei bis sechs Monaten ein.

Bei schwerem Ileozäkal-Befall gilt: Wirkt topisches Budesonid nicht zügig, sollten frühzeitig systemische Steroide oral oder i.v. (1 mg / kg KG) verabreicht werden.

Infliximab i.v. ist eine Alternative, wenn andere Therapien versagen oder die Zeit bis zum Wirkeintritt bei einer Azathioprin-Therapie überbrückt werden soll.

Eine neue Option bei schwerem M. Crohn ist der TNFα-Hemmer Adalimumab (Humira®). (gwa)

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