Ärzte Zeitung, 17.11.2004

Achtung: Borrelien bei Fazialisparese!

KÖLN (mut). Werden im frühen Stadium einer idiopathischen Fazialisparese Steroide verabreicht, läßt sich dadurch offenbar die Heilung beschleunigen, da die Mittel die Denervation durch eine Immunreaktion bremsen.

Als Hauptursache einer plötzlichen halbseitigen Gesichtslähmung gilt eine Reaktivierung von Erregern wie Herpes-Simplex-Viren, Zytomegalie-Viren oder Epstein-Barr-Viren in Fazialis-Ganglien, berichtet Professor Olaf Michel von der HNO-Klinik der Universität Köln (HNO-Nachrichten 5, 2004, 34). Die reaktivierten Viren wandern schließlich entlang der Nervenfasen und lösen dort eine Entzündungsreaktion aus, die zu einer Nervenparalyse führen kann.

Zur Therapie schlägt Michel 250 mg Prednison über drei Tage vor, zusätzlich kann ein Virustatikum gegeben werden. Meist kommt es innerhalb von sechs Monaten zu einer Remission, falls nicht, muß ein Parotismalignom oder ein Nerventumor ausgeschlossen werden.

Wichtig: Immer ist eine Ausschlußdiagnostik durch einen HNO-Arzt nötig. Auch nach einer Borrelien-Infektion sollte dabei geschaut werden.

Insgesamt erkranken jährlich etwa 15 bis 40 Personen pro 100 000 Einwohner an einer idiopathischen Fazialisparese.

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