Ärzte Zeitung, 11.07.2006

Gehirn kann nach Verletzungen regenerieren

BOCHUM (eb). Nach Verletzungen können geschädigte Hirnbereiche wieder regenerieren. Innerhalb eines Jahres kann es zu neuen Zellverbindungen kommen. Forscher aus Bochum haben nun detaillierte Daten über die Aktivität von Nervenzellen der Sehrinde von erwachsenen Katzen veröffentlicht.

Dr. Dimitrios Giannikopoulos und sein Team haben den Zeitverlauf, das Ausmaß und die Möglichkeiten neuer Zellverbindungen des Gehirns nach einer Verletzung untersucht (PNAS, online vorab).

Zunächst wurde eine definierte Stelle der Netzhaut von Katzen geschädigt. Innerhalb von Wochen bis zu einem Jahr kam es zur Umorganisation der Sehrinde. Betroffene Bereiche wurden neu verbunden und wieder aktiviert. "Neue Zellverbindungen wandern ähnlich einer Welle langsam über Wochen vom gesunden Randbereich in die geschädigte Region" sagte Giannikopoulos.

Dabei seien die Zellen vorübergehend in ihren Eigenschaften Zellen nach der Geburt ähnlich. Ungeschädigte Zellen verbänden sich zunächst mit denen im geschädigten Areal. Je nach Entfernung zwischen gesundem und geschädigtem Gebiet könnten zehn bis 100 Prozent der Zellen beteiligt sein. Nach Abschluß des Prozesses normalisiert sich die Funktion der Zellen - mit teils abgeschwächter Leistung.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »