Ärzte Zeitung, 24.10.2007

Gute Erfahrungen mit neuem Antikonvulsivum

BERLIN (gvg). Knapp zweieinhalb Jahre nach der Zulassung in Deutschland berichten Neurologen über positive Erfahrungen mit dem Antiepileptikum Zonisamid. Patienten schätzen die Wirksamkeit und den günstigen Einfluss auf das Körpergewicht.

Daten zur Anwendung der Arznei hat etwa die Klinik für Epileptologie der Universität Bonn gesammelt: "Wir haben die Verordnung des Medikaments bisher bei knapp 1200 Patienten mit langjähriger Pharmako-Resistenz empfohlen", sagte Professor Christian Elger von der Klinik. Ein Teil davon konnte anhand der Krankenblätter der Bonner Ambulanz ausführlicher ausgewertet werden. Die Ergebnisse stellte Elger beim Neurologen-Kongress in Berlin vor.

Nach zwei Jahren wurden den Daten zufolge noch etwa 50 Prozent der Patienten weiterhin mit Zonisamid (Zonegran®) therapiert. "Das ist bei dieser Gruppe von schwer behandelbaren Patienten eine außerordentlich hohe Quote", sagte Elger auf einer vom Unternehmen Eisai unterstützten Veranstaltung.

Das Ergebnis stehe im Einklang mit international erhobenen Daten, die ebenfalls für eine langfristig gute Wirksamkeit und Verträglichkeit sprächen. So wurden mit dem Medikament, das seit 1989 in Japan und seit 2000 in den USA zugelassen ist, weltweit über eine Million Menschen behandelt. In Deutschland ist die Arznei zur Zusatztherapie bei erwachsenen Patienten mit fokalen Anfällen zugelassen.

Günstig beurteilten die Bonner Patienten die Gewichtsabnahme, die häufig bei einer Zonisamid-Therapie auftritt. Sie wurde bei einem Drittel der Patienten beobachtet. Das Ausmaß der Gewichtsabnahme liege in der Regel zwischen 5 und 15 Prozent und sei anhaltend, so Elger.

Etwa bei einem Drittel der Patienten gingen Zahl und Schwere der Anfälle nach Kombination der bisherigen Medikation mit Zonisamid zurück. Das sei eine Größenordnung, wie sie bei bisher therapieresistenten Patienten mit einem neuen Medikament zu erwarten ist. An unerwünschten Wirkungen der Behandlung träten vor allem kognitive Einschränkungen und Übelkeit auf, so Elger.

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