Ärzte Zeitung, 19.03.2007

Kurz die Finger verhaken - das mindert den Wunsch nach Nikotin

Spaziergänge und isometrisches Training sollen bei Tabakentwöhnung helfen

EXETER (mut). Einmal flott um den Block laufen oder ein paar Lockerungsübungen im Büro - schon mit etwas Bewegung lässt sich der Wunsch nach einer Zigarette wirkungsvoll unterdrücken.

Forscher raten zu solchen Übungen, um den Zigarettenkonsum einzuschränken. Foto: do

"Bereits eine kurze körperliche Übung hat einen ähnlichen oder besseren Effekt wie ein Nikotinpflaster." Das behaupten zumindest britische Forscher aufgrund einer Meta-Analyse von zwölf Studien mit 1370 aktiven oder seit kurzem abstinenten Rauchern.

Glaubt man den Studienergebnissen, genügt schon ein flotter Spaziergang über eineinhalb Kilometer, um das Verlangen nach Zigaretten deutlich zu reduzieren: In einer der Studien ging dadurch der Wunsch nach Nikotin auf einer Selbstbeurteilungsskala mit sieben Punkten um 4,5 Punkte zurück.

In einer weiteren Studie genügte ein 15-minütiger Spaziergang, um die Zeit bis zur nächsten Zigarette um 50 Minuten hinauszuzögern. Was aber, wenn man gerade keine Zeit für einen Spaziergang hat? Hilfreich sind dann angeblich auch schon isometrische Übungen am Arbeitsplatz, etwa die Hände vor der Brust zusammenpressen oder die Finger verhaken und auseinanderziehen.

In einer der Studien machten aktive Raucher, die für einige Stunden abstinent waren, fünf Minuten lang solche Übungen. Im Schnitt griffen sie anschließend eine halbe Stunde später zur näch-sten Zigarette als Teilnehmer ohne Übungen. Die Autoren aus Exeter in Großbritannien vermuten, dass Bewegungsübungen in ähnlicher Weise Spannungen abbauen und die Konzentration fördern wie Nikotin (Addiction, 102, 2007, 534).

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