Ärzte Zeitung, 08.05.2008

Absinth wirkt doch nicht psychoaktiv

KARLSRUHE (dpa). Mit einer simplen Erklärung haben Forscher ein altes Rätsel um den lange Zeit verbotenen Wermut-Trunk Absinth gelüftet.

Hieß es bislang, das Nervengift Thujon sei die Ursache für die angeblich halluzinogene Wirkung des Trunks, so wiesen Wissenschaftler aus Karlsruhe nun nach, dass allein hochkonzentrierter Alkohol den Absinth so wirkungsvoll macht.

"Die psychoaktive Wirkung ist ein Märchen gewesen", so Dr. Dirk Lachenmeier vom Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Karlsruhe. Die Forscher hatten den Thujon-Gehalt in versiegelten Absinth-Flaschen aus dem Jahr 1915 analysiert. Der Gehalt lag im Schnitt bei harmlosen 25 mg/l. In heute erhältlichem Absinth sind bis zu 35 mg/l Thujon erlaubt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »