Ärzte Zeitung, 17.03.2004

Für Rofecoxib zeichnen sich zwei neue Indikationen ab

Studien belegen Vorteil des Coxibs bei juveniler rheumatoider Arthritis und bei Migräne / Auch zur Migräneprophylaxe gibt‘s schon positive Daten

MÜNCHEN (wst). In Deutschland ist Rofecoxib bislang zur Therapie bei rheumatoider Arthritis, Arthrose oder akuten Schmerzen zugelassen. Neue Indikationen, für die in absehbarer Zeit eine Zulassung erwartet wird, sind die juvenile rheumatoide Arthritis sowie Migräne.

Dies hat der Rheumatologe Dr. Wolfgang Bolten von der Klaus Miehlke Klinik in Wiesbaden bei einem von MSD veranstalteten Symposium in München berichtet. Zur juvenilen rheumatoiden Arthritis (JRA) präsentierte Bolten eine 2003 veröffentlichte Studie mit 310 Patienten im Alter von zwei bis 17 Jahren. Drei Monate lang hatten die Patienten entweder einmal täglich 0,3 mg/kg Körpergewicht (maximal 12,5 mg/d) Rofecoxib (Vioxx®), 0,6 mg/kg KG (maximal 25 mg/d) des Coxibs oder zweimal täglich 7,5 mg/kg KG (maximal 1000 mg/d) Naproxen erhalten.

Patienten hatten auf die Therapie angesprochen, wenn sie im Untersuchungszeitraum in mindestens drei von sechs Kriterien eine 30 prozentige Verbesserung (JRA30) erreichten, zum Beispiel bei der Einschätzung des Befindens durch Eltern oder Patient, der Zahl der Gelenke mit aktiver Entzündung und der Beweglichkeit.

Dies erreichten mit der niedrigeren Coxib-Dosis 46 Prozent, mit der höheren 54 Prozent und mit Naproxen 55 Prozent. Die Wirksamkeit beider Studienmedikamente war somit ähnlich, das Coxib jedoch signifikant besser gastrointestinal verträglich, wie Bolten berichtet hat. Besonders bei älteren Kindern schnitt das Coxib in der höheren Dosis tendentiell besser ab als in der niedrigeren.

Zur Akuttherapie bei Migräne haben in einer Studie mit 557 Patienten 25 mg/d und 50 mg/d Rofecoxib eine bessere Schmerzlinderung bewirkt als Placebo, so Bolten. Mit dem Coxib spürten die Patienten einen Wirkeintritt eine halbe Stunde nach der Einnahme. Mit 25 mg wurden 20 Prozent und mit 50 mg 23 Prozent innerhalb von zwei Stunden fast oder völlig beschwerdefrei.

Auch bei der Migräneprophylaxe wurde Rofecoxib bereits untersucht. Einbezogen in diese Studie waren 175 Patienten, die in den zwei Monaten vor Studienbeginn mindestens drei Migräneanfälle gehabt hatten. Angesprochen hatten nach der Definition dabei Patienten, bei denen die Attackenfrequenz in den beiden Studienmonaten auf die Hälfte gesenkt wurde. Dies erreichten mit zweimal täglich 12,5 mg Rofecoxib 24 Prozent, mit Placebo nur 10 Prozent. Zudem hatten die Patienten mit dem Coxib verkürzte und weniger schwere Attacken als die mit Placebo.

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